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Judith Rittenschober-Böhm

Titel: Dr.in
Mitglied wissenschaftlicher Betriebsrat

 

Warum haben Sie sich für eine wissenschaftliche Karriere entschieden?
Ich möchte medizinisches Wissen nicht nur nachlesen sondern finde es sehr spannend, selbst medizinische Fragestellungen untersuchen zu können und daraus neue Erkenntnisse zu gewinnen. Für mich ist vor allem die Kombination aus Klinik und Wissenschaft faszinierend da die klinische Arbeit sowohl Motivation als auch Ideengeber für die Forschungstätigkeit ist und dadurch sehr klar wird, welches Wissen für die Klinik notwendig ist.

 

Wie verlief Ihr wissenschaftlicher Weg?
Momentan stehe ich sicher noch am Anfang meines wissenschaftlichen Weges.
Nach meiner Diplomarbeit am St. Anna Kinderspital wollte ich eigentlich eine Facharztausbildung mit Schwerpunkt Pädiatrische Onkologie beginnen. Während einer Famulatur im letzten Studienjahr hab ich aber meine Liebe zu den „ganz Kleinen“ entdeckt und mich daher für die Neonatologie entschieden. Um eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen zu können, hab ich dann zunächst mit einem PhD-Studium begonnen und später mit der Facharztausbildung für Kinderheilkunde mit Schwerpunkt Neonatologie.
Derzeit plane ich einen Auslandsaufenthalt, der mich auf meinem wissenschaftlichen Weg hoffentlich wieder ein Stück weiterbringen wird.

 

Was sind Ihre Stärken und wie konnten Sie diese für Ihre Karriere nutzen?

Meine Stärken sind glaube ich Ehrgeiz, Engagement, Teamfähigkeit, Organisation und Planung, Gewissenhaftigkeit und die Fähigkeit über mehrere Dinge gut den Überblick behalten zu können. Viele Stufen auf meinem bisherigen Weg waren so nicht unbedingt geplant, durch meine Stärken konnte ich mich dann aber dafür qualifizieren. 



Was sind Ihre wichtigsten Ressourcen gewesen, um Karriere machen zu können?
Starker Rückhalt und immer wieder Ermutigung von meiner Familie, MentorInnen, die mich fördern und großes Vertrauen in mich setzen und ein Mann, der meine Lebensplanung so akzeptiert und unterstützt. 

 

Was war Ihr größter Misserfolg und was haben Sie daraus gelernt?
Misserfolge habe ich immer wieder erlebt aber ich Nachhinein betrachtet konnte ich eigentlich jedes Mal etwas dabei lernen wie z.B. rechtzeitig mit Dingen aufzuhören, wenn man sich nicht mehr damit identifizieren kann, Konflikte nicht zu persönlich zu nehmen oder auch sich nicht zu leicht von anderen Menschen blenden zu lassen. Ich glaube, letztlich kommt es ja dann darauf an, was man aus einem Misserfolg macht und welche Ressourcen man dabei entdeckt.

 

War es für Ihren Karriereverlauf hinderlich, eine Frau zu sein?
Hinderlich nicht, aber ich habe schon in meiner Zeit in der Hochschülerschaft gemerkt, dass man sich als Frau oft deutlich mehr behaupten muss um sich durchsetzen zu können. Ich glaube aber, dass Frauen auch lernen müssen, ähnlich selbstbewusst wie männliche Kollegen aufzutreten und sich vom manchmal etwas raueren Umgangston unter Männern nicht abschrecken lassen dürfen.
Was ich schon merke ist, dass es für jungen Wissenschaftlerinnen aus Karrieregründen oft schwierig ist den richtigen Zeitpunkt für Familienplanung zu finden, während männliche Kollegen im gleichen Alter oft schon mehrere Kinder haben.

 

Falls Sie Kinder haben: Was ist bzw. war an Unterstützung besonders hilfreich?
Bis dato keine Kinder.

 

Welchen Ausgleich suchen Sie in Ihrer Freizeit?
Gute Freunde, Wandern, Laufen, Pfadfinder, Reisen

 

Tipps und Tricks
Ich glaub, dass es als junge Wissenschaftlerin wichtig ist eine gute Mentorin oder einen guten Mentor zu haben, der einen unterstützt und fördert. Außerdem sollte man sich ein Netzwerk aufbauen, auf das man zurückgreifen kann und aus dem sich neue Ideen und Projekte ergeben.
Zur eigenen Orientierung finde ich es hilfreich ein ungefähres Ziel zu haben, wo man in 5 Jahren sein möchte und konsequent daran zu arbeiten.
Wesentlich ist glaube ich aber auch eine vernünftige Work-Life-Balance. Immerhin ist die Karriere nicht das einzige was zählt…