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Klaus Kratochwill bei Europäischer Peritonealdialyse-Konferenz ausgezeichnet

(Wien, 04-11-2015) – Klaus Kratochwill, biomedizinischer Forscher im Anna Spiegel Forschungsgebäude, wurde bei der 12. Europäischen Peritonealdialyse-Konferenz EURO-PD in Krakau (Polen) für seine Arbeit „High performance exploration of the peritoneal proteome for detection of low abundance biomarkers and effects on cellular proteins in clinical peritoneal dialysis effluents“ mit dem Preis für den besten Vortrag in der Kategorie „Basic Science“ ausgezeichnet.

In der Peritonealdialyse (PD) fallen mehrmals täglich große Mengen der benützten Dialyseflüssigkeit an, die Giftstoffe und überschüssiges Wasser aus dem/r Patienten/in mit Nierenversagen entfernt. Die bei der Konferenz mit 1100 Teilnehmern aus 63 Ländern vorgestellte Arbeit beschäftigt sich mit dem Biomarker-Potenzial dieses leicht verfügbaren „Bio-Abfalls“. Bis jetzt konnte das Spektrum an enthaltenen Proteinen, die Auskunft über den Zustand des Patienten und die Qualität der Therapie geben können, kaum untersucht werden. Einige wenige Proteine überdecken die Signale potenzieller Biomarker.

Kratochwill und seine Arbeitsgruppe an der Universitätsklinik für Kinder und Jugendheilkunde haben nun eine Methode entwickelt, um diese störenden Proteine gezielt zu reduzieren und die potenziell diagnostisch relevanten Proteine anzureichern. In einer aktuellen Studie in Kooperation mit Keiryn Bennett vom CeMM (Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften) wurde diese Methode mit hochsensitiven Proteomics-Verfahren kombiniert, um das peritoneale Proteom von Dialysepatienten zu charakterisieren.

Die bei der EURO-PD ausgezeichneten Ergebnisse zeigen nicht nur, dass mehr unterschiedliche Proteine im PD-Effluat vorhanden sind als bisher angenommen, sie lassen auch Pathomechanismen erkennen, die die PD in ihrer Langzeitanwendung limitieren. Die genaue Interpretation dieser Pathomechanismen soll in Kooperation mit Andreas Vychytil von der klinischen Abteilung für Nephrologie und Dialyse Ansatzpunkte für therapeutische Interventionen sowie Biomarker für ein besseres Monitoring der PD Patienten identifizieren.

Bei ihren Arbeiten sind Klaus Kratochwill und sein Team eingebettet in ein europäisches Kooperationsnetzwerk, im Rahmen des Marie-Curie FP7-geförderten Projekts EuTRiPD (European Training and Research in Peritoneal Dialysis; www.eutripd.eu). Gemeinsam mit einem Unternehmenspartner, der MedUni Ausgründung Zytoprotec, interessieren sie sich für die therapeutische Anwendung einer gezielten Beeinflussung der zellulären Stressantwort im Peritoneum.

Diese Forschungsprojekte bilden den Ausgangspunkt für das vor kurzem von der Christian Doppler Gesellschaft (CDG) genehmigte Christian Doppler Labor für Molekulare Stressforschung in der PD (CDL-MSRPD) unter der Leitung von Klaus Kratochwill an der MedUni Wien.

Zur Person

Klaus Kratochwill ist translationaler biomedizinischer Forscher im Anna Spiegel Forschungsgebäude. Der gebürtige Oberösterreicher studierte Technische Chemie an der TU Wien und absolvierte im Anschluss das Doktoratsstudium der medizinischen Wissenschaften an der MedUni Wien, wo er an der Universitätsklinik für Kinder und Jugendheilkunde eine Proteomics-Plattform in der Peritonealdialyseforschung aufbaute. Anschließend übernahm er die Laborleitung des MedUni-SpinOffs Zytoprotec GmbH. Seine Forschung mit Fokus auf Omics-Technologien und die zelluläre Stressantwort begleitete die Entwicklung einer neuartigen PD-Lösung von der Entdeckung bis zur klinischen Anwendung.

Klaus Kratochwill ist seit März 2015 an der MedUni Wien im Fach Medizinische Biochemie habilitiert. Er ist Autor von über 25 Publikationen in Fachzeitschriften, Organisator von lokalen Symposien und Lehrveranstaltungen sowie Mitglied im Vorstand der Austrian Proteomics Association (AuPA). Im Rahmen seiner wissenschaftlichen Arbeiten unterhält er internationale Forschungskollaborationen, unter anderem als Full-Partner in einem EU-geförderten Projekt. Im Jahr 2014 absolvierte er einen Forschungsaufenthalt an der Harvard Medical School, durch den eine US-Kooperation aufgebaut werden konnte.