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Margarethe Geiger

Titel: Ao.Univ.-Prof.in Dr.in
Teacher of the Month Jänner 2008

 

Warum haben Sie sich für eine wissenschaftliche Karriere entschieden?
Ich wollte eigentlich Internistin werden und klinisch forschen. Deshalb bewarb ich mich nach meiner Promotion an der damaligen 1. Medizinischen Universitätsklinik. Dort legte man mir nahe, zuerst einmal an einem theoretischen Institut Grundlagenforschung zu erlernen. Ich bekam dann sehr schnell eine Stelle am physiologischen Institut, an der damaligen Abteilung für klinisch-experimentelle Physiologie. Die Grundlagenforschung hat mich dann so begeistert, dass ich beschlossen habe, dabei zu bleiben.

 

Wie verlief Ihr wissenschaftlicher Weg?
Medizinstudium (Promotion 1980), anschließend Institut für Medizinische Physiologie, Auslandsaufenthalt (USA) als Postdoc im Rahmen eines Erwin Schrödinger Stipendiums (1985/86) am Scripps Research Institute, La Jolla, Kalifornien. Habilitation 1989, seither Leiterin einer wissenschaftlichen Arbeitsgruppe, zur Zeit am Institut für Gefäßbiologie und Thromboseforschung, Zentrum für Physiologie und Pharmakologie.

 

Was sind Ihre Stärken und wie konnten Sie diese für Ihre Karriere nutzen?
Ich habe eine sehr optimistische Grundhaltung, lasse mich nicht entmutigen und bin neugierig. Es gelingt mir meistens gut, Forschungsprojekte zu formulieren und Drittmittel (FWF) zu aquirieren, sodass ich meine Gruppe ausreichend finanzieren kann.

 

Was sind Ihre wichtigsten Ressourcen gewesen, um Karriere machen zu können?
Die Ausbildung, die mir meine Eltern ermöglichten.
Der Zufall, dass ich gleich zu Beginn meiner Berufstätigkeit in ein Umfeld kam, das meine Interessen weckte und mich förderte.
Eine unkonventionelle Partnerschaft, die auch Phasen langer Trennung gut überdauerte.

 

Was war Ihr größter Misserfolg und was haben Sie daraus gelernt?
Es gab in meinem beruflichen Leben immer wieder Misserfolge. Ich kann mich aber nicht an einen einzelnen „größten Misserfolg“ erinnern. Wäre auch schwierig, denn wie misst man Misserfolg? Durch manche meiner Misserfolge, habe ich gelernt, besser mit (oftmals berechtigter) Kritik umzugehen. Ich habe auch gelernt zu akzeptieren, dass etwas schiefgehen kann, auch wenn man sehr viel Zeit und Arbeit hineingesteckt hat.

 

War es für Ihren Karriereverlauf hinderlich, eine Frau zu sein?
Nein, sicher nicht. Möglicherweise war es manchmal hinderlich, nicht über entsprechende karrierefördernde Netzwerke zu verfügen. Davon sind aber gleichermaßen Männer wie Frauen betroffen.

 

Falls Sie Kinder haben: Was ist bzw. war an Unterstützung besonders hilfreich?
-

 

Welchen Ausgleich suchen Sie in Ihrer Freizeit?
Gestaltung meines Gartens; Einladen und Bewirten von Freunden, Nachbarn und Familie; Theater-, Opern- und Konzertbesuche; Reisen; Etwas Sport

 

Tipps und Tricks
In meiner Postdoc-Zeit in den USA gab es eine für mich schwierige Phase, als ich nämlich von der Sinnhaftigkeit des Projektes, an dem ich arbeiten sollte, nicht überzeugt war. Mir schwebte was anderes vor und ich wußte nicht so recht, wie ich meinen damaligen Chef mit Argumenten und vorläufigen Ergebnissen überzeugen könnte. Da sagte mir eine Kollegin „If anybody can, you can“. Das war ein wichtiger Anstoß für mich „dranzubleiben“, was sich dann auch gelohnt hat.

Meine Tipps daher:
1. Wenn du etwas für sinnvoll hältst, dranbleiben nach dem Motto „If anybody can, you can“.
2. Wenn du das, was du für sinnvoll hältst, auch machen willst, musst du schauen, dass du dein eigenes Geld hast, um das Projekt auch zu finanzieren.
3. Andere kochen auch nur mit Wasser.