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Marianne Ringler Forschungsförderungspreis an Nestor D. Kapusta

(Wien, 08-11-2010) Am 11. November erhält Dr. Nestor Kapusta von der Universitätsklinik für Psychoanalyse und Psychotherapie den anerkannten Marianne-Ringler-Preis für Forschung in der Psychotherapie für sein Projekt „Persönlichkeitsstruktur bei PatientInnen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) und selbstverletzendem Verhalten“.

Das oftmals schwer zu diagnostizierende Borderline-Syndrom betrifft bis zu 10% der Bevölkerung. und äußert sich hauptsächlich durch Impulsivität und Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen, starke Stimmungsschwankungen und einem nicht der Realität entsprechenden Selbstbild sowie einer hohen Komorbidität mit Substanzabhängigkeiten. Die daraus resultierenden Konflikte mit der Umwelt führen oft auch zu selbstverletzenden und -schädigenden Handlungen bis hin zum Suizid.

Dr. Kapusta von der Universitätsklinik für Psychoanalyse und Psychotherapie der MedUni Wien untersucht  in seinem Projekt die Persönlichkeitsstruktur von an BPS erkrankten PatientInnen, um jene Faktoren zu bestimmen, die zum selbstschädigenden Verhalten beitragen. Dadurch erhofft man sich, Anhaltspunkte für eine spezifischere psychoanalytisch-psychotherapeutische Behandlung von PatientInnen mit selbstschädigendem Verhalten zu erhalten. Das Projekt basiert auf dem von Prof. Otto Kernberg (Cornell University, USA) entwickelten Stukturellen Interview sowie der Übertragungsfokussierten Psychotherapie (TFP), die in einer von der Universitätsklinik für Psychoanalyse und Psychotherapie durchgeführten multizentrischen Studie den Wirksamkeitsnachweis bei der Behandlung von BPS erbracht hat (Döring et al., 2010; British Journal of Psychiatry).


Zur Person:
Dr. Nestor Kapusta, geb. 1977,  studierte in Wien Humanmedizin und promovierte zum Thema „Substanzmissbrauch bei Jugendlichen“. Anschließend absolvierte er den Facharzt für Psychiatrie, ist Individualpsychologischer Analytiker sowie seit 2006 Lehrbeauftragter an der Medizinischen Universität Wien.
Im Rahmen seiner wissenschaftlichen Tätigkeit beschäftigt er sich mit Suizidforschung sowie der Epidemiologie von Substanzabhängigkeiten, außerdem ist er aktiv als Mitglied in der International Academy for Suicide Research (IASR), der International Association for Suicide Prevention (IASP) sowie der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) tätig. Gleichzeitig ist er Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Suizidprävention (ÖGS) und Gründungsmitglied der Wiener Werkstätte für Suizidforschung.
Neben seinen zahlreichen Publikationen und Vorträgen ist Kapusta auch als peer reviewer für renommierte wissenschaftliche Fachmagazine tätig, im Wissenschaftlichen Beirat der deutschsprachigen „Suizidprophylaxe“ sowie Herausgeber des internationalen Open-Access-Journals „Suicidology Online“ (www.suicidology-online.com).

Über den Marianne-Ringler-Preis für Forschung in der Psychotherapie:
Der Marianne-Ringler-Forschungsförderungsverein vergibt seit 2004 jährlich den “Marianne-Ringler-Preis für Forschung in der Psychotherapie”. Der Preis richtet sich insbesondere an junge WissenschafterInnen und wird zur Förderung wissenschaftlicher Arbeiten und Projekte auf dem Gebiet der Psychoanalyse und Psychosomatik verliehen.
Der Preis wurde im Gedenken an Univ. Prof.in Dr.in Marianne Ringler gestiftet. Sie arbeitete als Lehrende, Forscherin und Psychotherapeutin an der Universitätsklinik für Psychoanalyse und Psychotherapie und war Lehranalytikerin im Wiener Arbeitskreis für Psychoanalyse und Vorstandsmitglied der ISPOG (International Society of Psychosomatic Obstetrics and Gynecology).
Marianne Ringler verstarb im Jahr 2003 bei einem Autounfall.

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