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Markus Winnisch mit dem Wirtschaftskammerpreis 2014 ausgezeichnet

(Wien, 29-09-2014) Das Pionierprojekt „First Responder Polizei Wien“ unter der Leitung von Markus Winnisch von der Universitätsklinik für Unfallchirurgie der MedUni Wien erhielt den Wiener Wirtschaftskammerpreis. Die Fördermittel in Höhe von 5.580 Euro dienen der Abdeckung projektbezogener Kosten und Aufwendungen. Das Projekt wird von der Medizinischen Universität Wien im Rahmen mehrerer Studien begleitet und gemeinsam mit dem „Verein PULS zur Bekämpfung des plötzlichen Herztodes“ koordiniert.

Bei einem plötzlichen Herzstillstand zählt jede Sekunde – durch rasche Ersthilfe können die Überlebenschancen von Betroffenen deutlich verbessert werden. Bei der Wiener Polizei helfen deshalb 173 – großteils im Rahmen des Projekts mit dem Verein PULS zur Verfügung gestellte – Defibrillatoren dabei, Wien „HERZsicher“ zu  machen.

PolizeibeamtInnen werden nun zu noch aktiveren Helfern im Kampf gegen den plötzlichen Herztod. „Das Projekt mit der Wiener Polizei nutzt das Prinzip des ‚First Responder‘, das bedeutet, ein Netzwerk an gut geschulten und ausgestatteten Ersthelfern aufzubauen, von denen im Ernstfall der am nächsten am Ort des Geschehens befindliche zu Hilfe kommt“, so  Markus Winnisch.

"Die erste allgemeine Hilfeleistungspflicht ist neben der Aufrechterhaltung von Ruhe, Ordnung und Sicherheit Aufgabe der Polizei. Bei ihren Einsätzen ist die Wiener Polizei immer wieder Ersthelfer bei Menschen, die einen plötzlichen Herzstillstand erleiden", unterstreicht auch Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl die Wichtigkeit des Projektes. Das Projekt nützt seit dem Frühjahr 2013 das Potenzial der sich in Nähe befindenden und oft schnell vor Ort antreffenden PolizistInnen.

Das Prinzip dahinter ist ganz einfach: bei Notrufen, die Herz-Kreislauf-Stillstände betreffen, wird nun neben den Rettungskräften auch die Polizei verständigt. Sollten die PolizistInnen bereits vor der Rettung eintreffen, können sie schon mit der Reanimation beginnen und effizient den Defibrillator einsetzen. Unterstützung bei der Reanimation kommt dabei nicht nur von den Sprachanweisungen des Defibrillators selbst: Die im Rahmen des Projektes installierten Geräte können zusätzlich auch eine Telefonverbindung zur Notrufzentrale der Wiener Berufsrettung herstellen. Bei den auf den Polizeiinspektionen installierten Geräten wird diese automatisch aufgebaut, sobald der „Defi“ aus dem Wandkasten genommen wird. Bei den Geräten in den Fahrzeugen kann sie durch einen Notrufknopf manuell aufgebaut werden. Die MitarbeiterInnen der Rettungsleitstelle begleiten die Reanimation via Telefon Schritt für Schritt. „Die Telefonverbindung dient dazu, die Helfer vor Ort zusätzlich zu unterstützen, bis die Rettung eintrifft – der „Defi“ ist aber auch ohne Telefonverbindung jederzeit einsatzbereit“, so Winnisch.

Im Zentrum des wissenschaftlichen Interesses am Projekt stehen die Machbarkeitsanalyse von First Responder Systemen bei Polizeiorganisationen, die Evaluation der Einsatzzeiten des Defibrillators durch die ErsthelferInnen und die Frage nach einer mit einem schnelleren Defibrillatoreinsatz verbundenen Steigerung der Überlebenswahrscheinlichkeit bei einem Kreislaufstillstand.

Insgesamt 173 Defibrillatoren sind im Rahmen des Projektes in Polizeiinspektionen und anderen Polizeiräumlichkeiten sowie in Wiener Polizeiautos verfügbar. Mitte 2014 konnten bereits über 80 „Defi“-Anwendungen durch die Polizei und 53 Überlebende gezählt werden.

Zur Person

Markus Winnisch, 1986 in Wien geboren, schloss sein Studium der Humanmedizin an der MedUni Wien im Juli 2013 ab. Seit September 2013 arbeitet er als Assistenzarzt an der Universitätsklinik für Unfallchirurgie. Seit seinem Studium ist er auch als Lehrender an der MedUni Wien tätig.


» Video der Projektvorstellung

» Verein PULS