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Medizinische Universität Wien trauert um Herbert Lochs

(Wien, 11-02-2015) Herbert Lochs, ehemaliger Rektor der Medizinischen Universität Innsbruck, ist am 10. Februar im Alter von 68 Jahren verstorben.


Herbert Lochs stammt aus Innsbruck, wo er auch das Medizinstudium absolviert und die akademische Laufbahn am pharmakologischen Institut begonnen hat.  1973 kam er nach Wien und war an der medizinischen Fakultät der Universität Wien tätig,  zuerst als Assistent an der 1. Medizinischen Universitätsklinik, nach der Übersiedlung in das neue AKH an der IV. Universitätsklinik für Gastroenterologie und Hepatologie. Hier konnte er seine Forschungsschwerpunkte entwickeln, die entzündlichen Darmerkrankungen, die damals noch ein Außenseiterthema waren, und die klinische Ernährung. Themen, die er in einem zweijährigen Studienaufenthalt an der University of Pittsburgh vertiefen konnte. Nach seiner Rückkehr nach Wien leitete er eine Arbeitsgruppe an der IV. Medizinischen Universitätsklinik  zum Thema Stoffwechsel und Ernährung in der Gastroenterologie. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit war er auch in universitären Belangen sehr engagiert. So prägte er neben seiner Tätigkeit in verschiedenen universitären Kommissionen auch als langjähriger Schriftführer der Ethikkommission nachhaltig deren Strukturen.


1994 wurde Herbert Lochs an die Charité in Berlin berufen und hat dort die Gastroenterologische Klinik am Standort Mitte übernommen und bis zu seiner Rückkehr nach Innsbruck geführt. Er ist einer der anerkanntesten Gastroenterologen Deutschlands geworden und hat neben seiner weltweit anerkannten Expertise für entzündliche Darmerkrankungen eine „Schule der klinischen Ernährung“ begründet und diesen Fachbereich im deutschen Sprachraum grundlegend erneuert und geformt. Unter seiner Ägide wurden zahlreiche wichtige Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) verfasst, die später auch von der europäischen Gesellschaft übernommen wurden.


2009 kehrte Herbert Lochs als Rektor der Medizinischen Universität Innsbruck nach Österreich zurück, wo er auch nach der Beendigung seiner Amtsperiode blieb. Herbert Lochs war Mitglied zahlreicher nationaler und internationaler Gesellschaften, Gutachter renommierter Zeitschriften und hat wichtige Ehrungen für seine Verdienste erhalten, darunter 2008  das österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst Erster Klasse. Herbert Lochs war ein kunstsinniger, der Kultur – vor allem der Musik - verbundener Mensch, der auch die Berge seiner Heimat Tirol sehr liebte.


Herbert Lochs verstarb nach schwerer Krankheit am 10. Februar in Innsbruck. Er hinterlässt seine Frau Heide Hörtnagl, eine anerkannte Neuropharmakologin. Mit ihm verliert die Medizinische Universität Wien einen früheren Angehörigen und guten Freund.

 

 

Christiane Druml, Vizerektorin für Klinische Angelegenheiten der MedUni Wien

 

» Nachruf auf der Website der MedUni Innsbruck