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MedUni Wien erforscht Ursachen von „Vivax Malaria“ in Äthiopien

(Wien 16-09-2013) Die „Vivax Malaria“ ist eine spezielle Form der Malaria, die unbehandelt immer wieder kehrt und daher schwierig zu kontrollieren ist. In großen Teilen Asiens und Südamerikas ist diese Art der Malaria bereits die häufigste. In Afrika dagegen sind fast ausschließlich die Länder am Horn von Afrika, insbesondere Äthiopien, davon betroffen. Ein Grund dafür ist das Oberflächen-Antigen DUFFY, an dem der Parasit andocken kann und über das viele Menschen in Äthiopien im speziellen verfügen. Ein Forscherteam der MedUni Wien um Harald Nödl erforscht gemeinsam mit der Universität Gondar nun die weiteren Ursachen für die massive Verbreitung genau dieser Malaria-Form in Äthiopien.     

„Vivax Malaria kehrt unbehandelt immer wieder und bringt die Betroffenen und ihre Familien in einen Teufelskreis aus Krankheit und Armut“, so Nödl. „Wir wollen nun klären, warum gerade diese Form hier so vorherrschend ist. Es gibt Hinweise, dass das Zusammenspiel von genetischen Faktoren und Faktoren, die den Malaria-Parasiten an sich betreffen, eine bestimmende Rolle spielt.“ Vivax Malaria ist eine schwere Erkrankung mit hohem Fieber, die unbehandelt mehrere Wochen anhält. Sie ist aber auch in der Lage, dauerhaft ruhende Stadien in der Leber zu bilden, so genannte "Schläfer", die immer wieder Rückfälle herbeiführen können. Laut dem aktuellen Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab es alleine im Jahr 2011 rund 666.000 Fälle von Vivax Malaria in Äthiopien.

Das Projekt in Gondar basiert auf einer Kooperationsvereinbarung, die die MedUni Wien mit der dortigen Universität abgeschlossen hat, um bei der Erforschung der Malaria vermehrten Fokus auf Afrika legen zu können..

Malaria-ExpertInnen konferieren zwei Tage in Wien

In welche Richtung die Malaria-Forschung und die Entwicklung neuer Impfstoffe und Arzneimittel speziell in den afrikanischen Staaten südlich der Sahara ab 2014 geht und welche Projekte gefördert werden sollen, das wird am 19. und 20. September in Wien diskutiert: Beim Stakeholder-Meeting der European & Developing Countries Clinical Trials Partnership (EDCTP) konferieren die wichtigsten Player in Sachen Malaria auf Einladung der MedUni Wien und des Bundesministeriums für Wissenschaft in Wien. 

„In vielen Entwicklungsländern fehlen Geld und Infrastruktur zur Forschung und Behandlung von Infektionskrankheiten. Wir tragen in den westlichen Industrienationen Verantwortung, unser Wissen und unsere Errungenschaften an andere weiterzugeben. Das tun wir im Rahmen von EDCTP. Die MedUni Wien kann dabei ihr Know-how in internationalen Kooperationen zur Bekämpfung von Krankheiten und zum ‚capacity building‘, also der Aus- und Fortbildung von MedizinerInnen und WissenschafterInnen, aber auch von Forschungsethikkommissionen einbringen“, sagt Christiane Druml, Vizerektorin der MedUni Wien für klinische Angelegenheiten und seit 2006 Österreichs Vertreterin in der EDCTP-Generalversammlung. MitarbeiterInnen der MedUni Wien waren in den vergangenen Jahren im Albert Schweitzer-Hospital in Lambarene, aber auch in anderen Sub-Sahara-Staaten, um afrikanische WissenschafterInnen in klinischer Forschung zu unterstützen.

In dieser einzigartigen Partnerschaft haben sich 14 EU-Staaten, die Schweiz und Norwegen sowie Sub-Sahara-Afrika  mit der Wirtschaft in einem gemeinsamen Programm zur Bekämpfung der drei Armutskrankheiten HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria in den Entwicklungsländern zusammengeschlossen, um Projekte gezielt zu fördern. Auch das Projekt Gondar/MedUni Wien zur Erforschung der Vivax Malaria hofft dabei auf Unterstützung aus einem der EDCTP-Programme.  EDCTP wurde im Jahr 2003 unter Teilnahme Österreichs gegründet.