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MedUni Wien forciert strategische Implementierung von Diversity Management

(Wien, 03-12-2010) Ein wesentliches Thema am heutigen Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung ist die Bildung, denn Menschen mit einer Behinderung oder einer chronischen Erkrankung haben meist auch einen erschwerten Zugang zu Bildungseinrichtungen. Das hat vielfältige Ursachen, daher wurde an der MedUni Wien jetzt die „Steuergruppe Diversity Management“ ins Leben gerufen, um die Integration und Gleichstellung von MitarbeiterInnen und Studierenden mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen im Sinne der Barrierefreiheit zu realisieren und den Stellenwert von Diversität an der MedUni Wien zu stärken.

Laut einer aktuellen Studie ist die Hochschulbildung ein wichtiger schützender Faktor für Menschen mit Behinderung. Je höher der Bildungsgrad ist, desto besser ist auch das Einkommen und umso geringer das Armutsrisiko. Gleichzeitig belegt die Studie, dass kein Unterschied zwischen Menschen mit und ohne Behinderung in der Arbeitslosenrate bei abgeschlossener Hochschulbildung besteht. Trotzdem gibt es einen signifikanten Unterschied hinsichtlich Bildung zwischen Menschen mit und ohne Behinderung, unter anderem deshalb, weil der Zugang nach wie vor erschwert wird. Gerade im universitären Bereich liegen jedoch große Chancen, nicht nur für Menschen mit Behinderungen, sondern auch für die Universitäten selbst, wenn sie das Potenzial dieser MitarbeiterInnen und Studierenden fördern. Das zeigten die Beiträge des Symposiums „Barrierefreie Universitäten – Herausforderungen & Perspektiven“, mit dem die MedUni Wien im Herbst 2009 eine Initiative startete.

Mit der seit November 2010 bestehenden und von Vizerektorin Univ. Prof.in Dr.in Karin Gutiérrez-Lobos ins Leben gerufene Steuergruppe „Diversity Management“ sollen nun diese Herausforderungen, die aufgrund unterschiedlicher Personengruppen, Tätigkeitszuordnungen und Aufgaben (ärztlich, wissenschaftlich, administrativ) an der MedUni Wien vorherrschen, konzentriert erfasst werden, um Diskriminierung weiter abzubauen, die Chancengleichheit zu fördern und eine positive und kreative Arbeitsatmosphäre zu schaffen, in der ein konstruktiver und kooperativer Umgang miteinander bzw. mit Unterschieden ermöglicht wird.

Gemeinsam mit dem aus 25 Mitgliedern bestehenden Behindertenbeirat der Medizinischen Universität Wien sollen unter anderem die Informations- und Beratungsmöglichkeiten weiter ausgebaut und Infrastrukturmaßnahmen unter Einbeziehung der Betroffenen getroffen werden. Zusätzlich werden entsprechende Schulungen und Seminare abgehalten, die beispielsweise einen adäquaten Umgang innerhalb des ÄrztInnen-PatientInnen-Verhältnisses ermöglichen sollen, aber auch eine bessere Integration von behinderten Menschen in den Lehrbereich fördern.

„Das Medizinstudium selbst ist mitunter gar nicht das primäre Problem. Das Nadelöhr ist die Ausbildung zum Facharzt.“ erklärt dazu Univ. Prof.in Dr.in Veronika Fialka-Moser, Vorsitzende des Behindertenbeirats der MedUni Wien. „Hier stellen die erforderlichen praktischen Tätigkeiten eine zum Großteil unüberwindbare Hürde dar. Daher ist die Facharztausbildung meistens nur im psychiatrischen Bereich möglich.“

Zu den Aufgaben des Diversity Managements gehört jedoch nicht nur die Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderung zu gewährleisten, sondern auch für Frauen, die oft durch eine Doppelbelastung durch Familie und Karriere berufliche Einbußen in Kauf nehmen müssen. Daher wird mit der bereits bestehenden Stabstelle „Gender Mainstreaming“ auch in diesem Bereich für eine Gleichstellung und Frauenförderung gearbeitet.
Damit sieht die MedUni Wien diese Herausforderungen als Chance für alle Beteiligten das Potential der Vielfalt zu nutzen.