Skip to main content

news

MedUni Wien führendes Zentrum bei Knochenmark- und Blutstammzelltransplantation

(Wien, 24-02-2010) Große Ehre für die MedUni Wien: die Knochenmarkttransplantation an der Universitätsklinik für Innere Medizin I am AKH Wien hat sich in den letzten Jahren zu einem der führenden Transplantationszentren der Welt entwickelt. Expertin Univ. Prof.in Dr.in Hildgard Greinix konnte die 36. EBMT-Jahrestagung von 21. bis 24. März nach Wien holen, an der zahlreiche Internationale Top-ExpertInnen neueste Erkenntnisse, an der auch die MedUni Wien federführend beteiligt ist, präsentieren.

Knochenmark- und Blutstammzelltransplantationen (SZT) sind heute eine etablierte Therapie für viele PatientInnen mit hämatologisch-onkologischen Erkrankungen wie akute und chronische Leukämien, Lymphome oder Myelome. Dabei werden die im Knochenmark liegenden Stammzellen sowie die von ihnen laufend gebildeten krankhaft veränderten Blutzellen durch hoch dosierte Chemo- und Strahlentherapien zerstört und anschließend gesunde Stammzellen über eine Infusion in die Armvene übertragen. Die Blutstammzellen finden von selbst ihren Weg in die Markhöhlen der Knochen, siedeln sich dort an und beginnen neue gesunde Blutzellen zu bilden.

Dass dieses Verfahren für bislang unheilbare PatientInnen mittlerweile hohe Erfolgsraten verspricht, liegt an den laufenden Verbesserungen im Bereich der Behandlungsmaßnahmen, der Gewebetypisierung und damit der Spenderauswahl, der Umstellung von Knochenmark- auf Blutstammzellen und den besseren Möglichkeiten der modernen Immunsuppression. Denn auch bei guter Gewebeverträglichkeit der Stammzellenspende können sich die gemeinsam mit den Stammzellen übertragenen Immunzellen gegen Gewebe und Organe des Empfängers richten. Routinemäßig gegebene Immunsuppressiva unterdrücken diese „Graft-versus-Host-Reaktionen“ (Spender-gegen-Empfänger-Reaktion, GVHD), machen den Organismus allerdings auch anfällig für Infekte.

Neuheit aus Wien: Chance auch für schwächere und ältere PatientInnen
Bis zuletzt waren PatientInnen mit schweren Vorerkrankungen, geschwächtem Allgemeinbefinden oder höherem Alter (ab ca. 55 Jahren) von allogenen SZT (d.h. die Stammzellen kommen von einer/m Spender/in) ausgeschlossen, da sie die hochdosierte Chemo- und Strahlentherapie meist nicht überlebten. Nun gibt es auch für diese Gruppe Hoffnung: Dabei nutzen die MedizinerInnen gezielt die Graft-versus-Host-Reaktionen und setzen sie in Kombination mit einer dosisreduzierten Vorbehandlung zur Eliminierung der Leukämie- und Tumorzellen mit großem Heilungserfolg ein.

Wiener Innovation zur wirksamen Therapie der GVHD
Trotz Prophylaxe entwickeln etwa 30% aller PatientInnen mit einem Familienspender und 70% der PatientInnen mit einem unverwandten Spender eine akute Spender-gegen-Empfänger-reaktion, die innerhalb der ersten Wochen auftritt und vor allem Haut, Leber und Darmschleimhaut betrifft. Chronische GVHD tritt erst Monate später auf und befällt dann verschiedenste Organsysteme wie Haut, Mundschleimhaut, Bindehäute, Leber, Lungen und Magen-Darmtrakt. Schwere Verlaufsformen der GVHD führen zu schwersten Infektionen und Organschädigungen, die das Überleben dieser PatientInnen gefährden. Daher ist die frühe Erkennung von Spender-gegen-Empfänger-Reaktionen und darauf aufbauenden Behandlungsstrategien von entscheidender Bedeutung und sind diese ein weiterer Schwerpunkt der EBMT-Tagung. Neben dem Einsatz verschiedener Antikörper ist die „Extrakorporale Photopherese“ eine anerkannte, hochwirksame und gut verträgliche Strategie. Nach initialer Entwicklung an der Medizinischen Universität Wien wird sie weltweit von vielen Transplantationszentren eingesetzt.

Eine ebenfalls neuartige Strategie ist die Transplantation von Blutstammzellen als Begleitmaßnahme zu Organtransplantationen vom gleichen Spender. Bei ausgewählten PatientInnen konnte dadurch bereits erreicht werden, dass das neue Organ ohne immunsupprimierende Medikamente toleriert wird.

Die MedUni Wien-Expertin Univ. Prof.in Dr.in Hildegard Greinix, die den wissenschaftlichen Vorsitz dieses größten europäischen Kongresses zum Thema inne hat, erwartet sich nachhaltige Impulse: „Zahlreiche Top-Experten und weltweit anerkannte Pioniere auf dem Gebiet der allogenen Stammzelltransplantation, unter ihnen Prof. Rainer Storb vom Fred Hutchinson Cancer Research Center Seattle/USA und Prof. Karl Blume vom Cancer Center der Stanford University/USA, präsentieren und diskutieren den neuesten Forschungsstand. Die Stammzelltransplantation ist ein hochinnovativer Bereich mit ständigen interessantesten Weiterentwicklungen, die es uns ermöglichen, noch mehr PatientInnen mit Blut-und Tumorerkrankungen auf Heilung zu behandeln.“

36th Annual Meeting of the European Group for Blood and Marrow Transplantation
21.–24. März 2010
Austria Center Vienna
» www.congrex.ch/ebmt2010/

4th EBMT Patient & Family Day
Sa., 20. März 2010, 9:00 – 17:00 Uhr
Universitätscampus (Altes AKH)
Teilnahme kostenlos
» Download Programmfolder
Anmeldung unter www.congrex.ch/ebmt2010 erwünscht