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MedUni Wien gestaltet neue Gesundheitsstudien in Krems prägend mit

Die MedUni Wien ist bestrebt, bei allen neuen Initiativen eine entscheidende Rolle zu spielen, die sich auf die medizinische Lehre, Forschung und Klinik richten – international so oft wie möglich, in Österreich immer.

Zu diesem Zweck wurde am 14. Jänner gemeinsam mit dem Land Niederösterreich (und der Technischen Universität Wien) ein "Letter of Intent" zur Errichtung einer Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems unterzeichnet.

Für die MedUni Wien hat sich dabei die einmalige Chance geboten, ihr großes Know how bei der Erstellung von Curricula einzubringen. Ohne Beteiligung der MedUni Wien hätte zudem die Gefahr bestanden, dass quasi vor der eigenen Haustür Curricula erstellt worden wären, die auf mangelnder Professionalität beruhen. Und eine Privatuniversität für Medizin hätte das Land Niederösterreich, wozu es schon seit längerem entschlossen war, in jedem Fall errichtet.

Die Gelegenheit war günstig, denn die MedUni Wien hat schon länger die Absicht, ihre Expertise bei der Gestaltung von Medizincurricula nutzbar zu machen. Angedacht war das in erster Linie auf internationaler Basis, jetzt hat sich in Österreich die Chance dazu ergeben – eine Gelegenheit, die man nicht auslassen darf.

In Österreich ist so ein Vorhaben aber im öffentlichen Sektor kaum umsetzbar, weshalb sich die MedUni Wien in die Rechtsform der Privatuniversität einbringt. Die Studien in Krems sollen durchwegs in Englisch abgehalten werden (Ausnahme: Bed-Side-Teaching) und daher besonders für ausländische Studienwerber attraktiv sein. Über die Aufnahme wird ein rein qualitativen Kriterien verpflichtetes Verfahren entscheiden, wie es auch an der Paracelsus-Privatuniversität in Salzburg erfolgreich praktiziert wird.

In die Konzeption der neuen Einrichtung wird auch das Strahlentherapieprojekt "MedAustron" am Standort Wiener Neustadt mit dem dort entstehenden Onkologie-Zentrum einfließen. Damit wird sich sofort eine erste enge Forschungskooperation mit dem Onkologie-Schwerpunkt der MedUni Wien ergeben.

Eine wesentliche Beteiligung von Lehrenden der MedUni Wien soll nur in einer Übergangsphase stattfinden, und diese Leistung muss sowohl den Lehrenden als auch den Universitäten entsprechend abgegolten werden. Nach demselben Prinzip funktionieren übrigens schon seit Jahren die Universitätslehrgänge nach § 56 UG 2002, die von öffentlichen Universitäten mit ihren Lehrenden seit der Ausgliederung sehr erfolgreich und in hoher Zahl angeboten werden.

Außerdem dürfen nach § 54 Abs. 2 UG neue Medizincurricula nur mehr nach dem Bachelor-Master-System eingerichtet werden. Da aber eine einfache Teilung des Medizin-Studiums durch die Bologna-Architektur wenig Sinn macht, soll ein neu konzipierter Bachelor für Gesundheitswissenschaften mit auf die später aufsetzenden Curricula zugeschnittenen Wahlpflichtanteilen eingerichtet werden.

Dieser Bachelor kann zu einer berufsbefähigenden Aufwertung der Gesundheitsberufe genutzt werden, dient aber auch als obligate Grundlage für mehrere Masterstudien, wobei neben der Humanmedizin mit Masterstudien für Medizintechnik und Medizinökonomie begonnen werden soll.

Für die Berechtigung zur ärztlichen Weiterbildung (Turnus, Facharztausbildung) wird allerdings – so wie bisher – der Abschluss eines sechsjährigen Studiums (drei Jahre Bachelor plus drei Jahre Master) notwendig sein, in dem alle notwendigen Kompetenzen als Abschlussvoraussetzung zu erwerben sind.

Auch für die MedUni Wien gilt, dass der Zuschuss von öffentlichen Mitteln an Privatuniversitäten per Gesetz ausgeschlossen ist. Die für Krems vorgesehene Form der GmbH – übrigens die für eine Privatuniversität übliche Rechtsform  – ist definitionsgemäß eine Erwerbsgesellschaft. Sollte der in den nächsten Monaten zu erstellende Business-Plan keine schwarzen Zahlen garantieren, werden beide, MedUni Wien und TU Wien, aus dem Projekt aussteigen.