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MedUni Wien-Gremien: Kein Privatspital auf dem Gelände des AKH Wien

(Wien, 25-03-2015) Bezüglich der aktuellen Diskussion um die geplante Errichtung eines Privatspitals auf dem Universitätscampus AKH Wien sprechen sich die Gremien der MedUni Wien mit aller Deutlichkeit gegen diese Pläne aus. „Rektorat, Universitätsrat und Senat sind einhellig der Meinung, dass es sich hier um eine eklatante Fehlentwicklung handelt, da gerade dort, wo das Privatspital gebaut werden soll, die Universitätskliniken am AKH der letzten Möglichkeit beraubt werden, für den Forschungsbetrieb mittel- bis langfristig weitere Laborgebäude zu errichten“, sagte Rektor Wolfgang Schütz.

Rektor Schütz: „Die Medizinische Universität Wien, obwohl zukünftiger Partner der Stadt Wien für eine gemeinsame Betriebsführung des Universitätsspitals AKH Wien, ist darüber bis jetzt in keiner Weise offiziell informiert worden. Erst aufgrund insistierender Befragung unsererseits wurde seitens der Teilunternehmung AKH Wien mitgeteilt, dass zwischen Stadt Wien und der UNIQA Österreich Versicherungen AG ein Flächenabtausch zur Schaffung von Bauflächen für kostengünstige Wohnungen geplant ist: die Fläche der Confraternität-Privatklinik Josefstadt, einer Klinik der UNIQA-Tochter PremiQaMed, soll der Stadt Wien überlassen werden, dafür soll der UNIQA die genannte Fläche im AKH-Areal für den Bau einer neuen Privatklinik zur Verfügung gestellt werden.“

„Da sich von Seiten unserer unmittelbaren Partner, des AKH Wien und des Wiener Krankenanstalten-Verbundes KAV, offenbar niemand gegen diesen Deal ausgesprochen sondern ihn willenlos zur Kenntnis genommen hat, sprechen sich nun, nachdem die Hintergründe endlich bekannt sind, die Gremien der MedUni Wien mit Vehemenz gegen diese Überlegungen aus,“ erklärte Rektor Schütz.

Gegen den Forschungs- und Lehrauftrag der MedUni Wien 
Weltweit hält man sich an forschungsstarken Klinikstandorten, zu denen auch Wien (noch) zählt, Optionen für einen Ausbau möglichst lange offen. Mit den Plänen für das Privatspital würden die Universitätskliniken im AKH der letzten Möglichkeit beraubt, für deren Forschungs- und Lehrbetrieb mittel- bis langfristig Erweiterungsmöglichkeiten nutzen zu können.  Schütz: „Stattdessen sollen am Standort eines der leistungsstärksten Universitätsspitäler in Europa die letzten vorhandenen Erweiterungsflächen für ein Privatspital geradezu missbraucht werden, nämlich zum Zwecke einer Einrichtung, der per definitionem klinische Forschung und Lehre kein Anliegen sind.“

Die drei Leitungsgremien der MedUni Wien haben daher auch ein diesbezügliches Schreiben an die Wiener Stadt  und Landesregierung gerichtet, die schon in den nächsten Tagen über dieses Projekt entscheiden soll.