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MedUni Wien in der Rheumaforschung weltweit im Spitzenfeld

(Wien 10-10-2013) Die Rheumaforschung an der Medizinischen Universität Wien ist seit Jahren nachgewiesen weltweit führend, auch bei der Ausarbeitung der aktuellen neuen Behandlungs-richtlinien der Europäischen Rheuma-Liga (EULAR) waren die ForscherInnen der klinischen Abteilung für Rheumatologie der MedUni Wien maßgeblich beteiligt. Deren Leiter, Josef Smolen, ist seit Jahren der meistzitierte Rheumatologe im deutschsprachigen Raum. In einem aktuellen Ranking von Thomson Reuters, das die Zitierungen aller klinischen ForscherInnen aus aller Welt und aus allen Krankheitsbereichen beinhaltet, findet sich Smolen auf dem bemerkenswerten Platz 13, als der am dritthäufigsten zitierte Rheuma-Experte weltweit.

Smolen betont: „Im Hinblick auf derartige Zitierungs-Rankings, die ein äußerst wichtiger Indikator der wissenschaftlichen Anerkennung sind, erreicht keine andere österreichische Universität die MedUni Wien.“

„Unser Ziel ist stets die Remission oder zumindest die niedrige Krankheitsaktivität“, sagt Smolen anlässlich des Welt-Rheumatags am kommenden Samstag (12.10.). Der aktuelle Stand der Forschung hat die Bedingungen dafür bereits geschaffen: Rund drei bis fünf Prozent der Bevölkerung hat entzündliches Rheuma (in Österreich sind es damit rund 250.000 bis 400.000 Menschen), davon können fast 30 Prozent der PatientInnen schon nach etwa ein bis zwei Jahren Remission erreichen, also das dauerhafte Nachlassen der Krankheitssymptome. Bei weiteren 50 Prozent wird, so der Wiener Wissenschafter, die Krankheitsaktivität deutlich vermindert. „Nur die restlichen 20 Prozent sind noch unsere großen Sorgenkinder.“

Vor 20 Jahren war die Remission bei Rheuma ein Wunder
Smolen: „Vor 20 Jahren war eine Remission bei Rheuma ein Wunder, die Rheuma-Ambulanzen waren voll mit Menschen in Rollstühlen. Mit dem Schicksal, Rheuma zu haben, kann man heutzutage unvergleichlich leichter umgehen.“

Dazu beigetragen hat besonders auch die Rheumaforschung an der MedUni Wien. So wurden unter Federführung von Smolen, Daniel Aletaha, Kurt Redlich und Tanja Stamm (Universitätsklinik für Innere Medizin III der MedUni Wien / AKH Wien) europäische Therapie- und Diagnosealgorithmen entwickelt, die die Basis für die Entwicklung eines Therapie-Rasters bei Rheuma-PatientInnen sind. Der neue therapeutische Alogrithmus für die rheumatoide Arthritis legt in 14 Punkten die einzelnen Therapieschritte fest. Damit kann früher als bisher reagiert werden, wenn eine Therapie nicht anspricht und auf ein anderes Therapeutikum umgestiegen werden sollte. Apropos Therapiewechsel: „Früher hat ein Rheuma-Patient in zehn Jahren vielleicht zwei- oder dreimal die Therapie gewechselt, jetzt wird nach sechs Monaten umgedacht, wenn sich keine deutliche Besserung einstellt. Die Diagnose ‚ein bisschen besser‘ reicht uns heutzutage nicht mehr. Wir wollen frühzeitig das Fortschreiten der Erkrankung stoppen.“

Augenmerk auf die klinische Untersuchung
Weitere Faktoren für die generell verbesserte Prognose für Rheuma-PatientInnen: Der vor rund 14 Jahren gestartete Einsatz von Biologika, die hohe Wirksamkeit des Rheuma-Medikaments Methotrexat und das gesteigerte Augenmerk auf die Krankheitsaktivität an sich, etwa auf die Anzahl der geschwollenen Gelenke oder, noch besser, auf ebenfalls in Wien entwickelte Scores. Smolen: „Es gibt bei Rheuma leider noch keine Biomarker im Blut oder Gewebe, die – wie etwa in der Krebsbehandlung – eine individualisierte Therapie ermöglichen, wir müssen uns in erster Linie an die klinische Untersuchung halten.“

Zu diesem Themenbereich hat die Arbeitsgruppe an der klinischen Abteilung für Rheumatologie der MedUni Wien unter der Leitung von Smolen zuletzt mehrere Arbeiten im Top-Journal „Annals of the Rheumatic Diseases (ARD)“ verfasst:

- “Treating spondyloarthritis, including ankylosing spondylitis and psoriatic arthritis, to target: recommendations of an international task force.” Ann Rheum Dis 2013;0:1–11. doi:10.1136/annrheumdis-2013-203419.
- „Forget personalised medicine and focus on abating disease activity.“ Ann Rheum Dis 2013;72:3–6. doi:10.1136/annrheumdis-2012-202361
„Development of patient-centred standards of care for rheumatoid arthritis in Europe: the eumusc.net project.  Ann Rheum Dis. 2013 Aug 6. doi: 10.1136/annrheumdis-2013-203743”
- „Treating rheumatoid arthritis to target: the patient version of the international recommendations“. Ann Rheum Dis 2011;70:891–895. doi: 10.1136/ard.2010.146662.