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Michael Gnant erhält den begehrten Claudia-von-Schilling-Preis

(Wien, 26-01-2010) Eine der renommiertesten Auszeichnungen für wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Brustkrebsforschung erhält Univ. Prof. Dr. Michael Gnant (Universitätsklinik für Chriurgie) am 27. Jänner 2010. Für seine Arbeit „Endocrine Therapy plus Zoledronic Acid in Premenopausal Breast Cancer“ wird ihm an der Medizinischen Hochschule Hannover der mit 20.000 Euro dotierte Claudia von Schilling-Preis verliehen.

Erst kürzlich wurde der Brustkrebsexperte der MedUni Wien aufgrund seiner Forschungserfolge zu einem Editorial Comment im Lancet eingeladen. Als Leiter der Studie 12 der österreichischen Studiengruppe ABCSG (Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group) konnte Gnant international Aufsehen erregten: Den österreichischen Krebsforschern ist es gelungen, eine neue Behandlungsmethode bei prämenopausalen Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium zu entwickeln. Die Patientinnen erhalten zusätzlich zu einer Antihormontherapie das Bisphosphonat Zoledronat – und der Effekt ist beeindruckend.

Das Bisphosphonat reduziert bei Frauen mit frühem Brustkrebs die Aussichten, das Neuauftreten von Krebszellen zu verhindern, im Vergleich zu der bisher üblichen alleinigen Antihormontherapie um 35 Prozent. Die Gesamtprognose dieser Patientinnen ist sehr gut, mehr als 98 Prozent der betroffenen Frauen sind fünf Jahre nach der Diagnose noch am Leben, auch wenn sie keine adjuvante Chemotherapie bekommen haben. Das ist das beste Ergebnis, das jemals in einer Studie der Welt präsentiert wurde.

Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse haben bereits beim international wichtigsten Krebskongress in den USA bei den Fachleuten große Beachtung gefunden, auch die Veröffentlichung im bekannten „The New England Journal of Medicine“ stieß auf große Aufmerksamkeit. Immerhin sterben nach Angaben der World Health Organisation (WHO) weltweit jährlich an die 500.000 Frauen aufgrund einer Wiederkehr oder einer Ausbreitung ihrer Brustkrebserkrankung. Darüber hinaus steigt seit einigen Jahren die Neuerkrankungsrate bei jüngeren Patientinnen. Diesen Frauen kann nunmehr deutlich wirksamer geholfen werden.

Für diese Forschungsarbeit wird Michael Gnant nun mit dem Claudia-von-Schilling-Preis 2009 geehrt, der alljährlich an der Medizinischen Hochschule Hannover verliehen wird und mit 20.000 Euro dotiert ist. Statutengemäß erfolgt die Vergabe dieses Preises durch die Gesellschaft der Freunde der Medizinischen Hochschule Hannover e. V. als „Auszeichnung für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Brustkrebsheilkunde und der insoweit relevanten Krebsgrundlagenforschung“.

Claudia-von-Schilling-Preis
Die Stifterin des Preises, die Kunsthändlerin Claudia von Schilling, hat viele Jahre in Hannover gelebt, wo sie auch wegen Brustkrebs behandelt wurde, ehe sie im Oktober 2003  dem Krebsleiden erlag. Bereits zu ihren Lebzeiten hatte sie die Stiftung eingerichtet, damit auch nach ihrem Tode der Kampf gegen Krebs für andere Frauen weitergeführt wird. Der nach ihr benannte Preis gilt als eine der attraktivsten Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum.