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Mit optimalen Reha-Maßnahmen fit für die bionische Rekonstruktion

(Wien, 07-09-2012) – Der Aufsehen erregende Fall von Patrick Mayrhofer ist bekannt: Im Mai 2011 erhielt der junge Oberösterreicher an der MedUni Wien eine bionische Hi-Tech-Handprothese. Seine Geschichte war ein weltweites Medienereignis – von Interviewterminen mit dem britischen TV-Sender BBC bis hin zu Auftritten in deutschen Fernsehshows. Bis ein Patient oder eine PatientIn allerdings nach der erfolgreichen Operation bzw. Amputation eine Prothese bekommen kann, ist ein langer Weg. Und der führt durch die Reha an der Universitätsklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation an der MedUni Wien.

„Das Sensationelle an der bionischen Hand ist, dass alle Bewegungen gemacht werden können, vom Zuknöpfen und Schließen eines Reißverschlusses bis zum Zugreifen. Aber das muss alles erst mühsam erlernt und trainiert werden. Erst nach rund 15 Monaten wird die endgültige Prothese angelegt“, erklärt Veronika Fialka-Moser, Leiterin der Universitätsklinik für Medizin und Rehabilitation.
Ganz wichtig dabei ist die Stärkung der Rumpfmuskulatur. Fialka-Moser: „Wenn diese Muskulatur nicht ausreichend gekräftigt ist kommt es zu Dysbalancen, die sich auf den gesamten Bewegungsablauf negativ auswirken.“

Das Training erfolgt mit und ohne Prothese, rund drei Stunden pro Woche, und nennt sich virtuelles Fitting. Dabei ist auch der Faktor Zeit von großer Bedeutung. Beim so genannten SHAP-Test wird die Geschicklichkeit mit Zeitdimension erhoben. „Wenn zum Beispiel das Zuknöpfen zu lange dauert, ist das nicht optimal. Dann bedarf es weiterer Trainingseinheiten“, so die Reha-Expertin.

Weitere Tests fragen nach den ganz individuellen Aktivitäten des täglichen Lebens oder erheben die generelle Muskelkraft – damit am Ende der Reha nicht nur die Prothese optimal sitzt, sondern deren TrägerIn optimal damit umgehen kann und sie im Alltag richtig eingesetzt wird. Damit steigen Selbstständigkeit, Unabhängigkeit von Hilfspersonen und die Lebensqualität.