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Neue Hoffnung für Menschen mit überaktiver Blase

(Wien 24-06-2013) Jede/r dritte ÖsterreicherIn über 65 Jahre ist davon betroffen: Eine überaktive Blase mit ständigem, unangenehmem Harndrang. Jetzt gibt es neue Hoffnung für die Betroffenen. Unter maßgeblicher Mitwirkung der ForscherInnen an der klinischen Abteilung für Allgemeine Gynäkologie und gynäkologische Onkologie der MedUni Wien und des AKH Wien unter der Leitung von Heinz Kölbl wurde in einer multizentralen, weltweiten Phase III-Studie gezeigt, dass ein Beta3-Agonist als effizientes Medikament gegen die überaktive Blase eingesetzt werden kann.

„Der Vorteil gegenüber den bisherigen Medikamenten gegen die überaktive Blase, den so genannten Antimuskarinika, ist, dass der Beta3-Agonist Mirabegron ein günstigeres Nebenwirkungsprofil zeigt“, erklärt Kölbl, der seit 15 Jahren in die Entwicklung dieser Therapie mit eingebunden ist. Großer Nachteil bei den derzeit gängigen Antimuskarinika ist eine einher gehende, starke Mundtrockenheit.

Eine überaktive Blase äußert sich ähnlich wie bei einer Blasenentzündung, bloß ohne Infektion: Es besteht der ständige Drang, zu urinieren. Kölbl: „Daraus entstehen in vielen Fällen schwere soziale und persönliche Probleme. Das kann bis zur sozialen Isolation der Betroffenen führen.“ Bei Männern kommen oft auch Beschwerden an der Prostata dazu.

In der aktuellen Studie mit 5.000 ProbandInnen, an der sowohl GynäkologInnen als auch UrologInnen der MedUni Wien involviert waren, wurde der Beta3-Agonist als effizientes Mittel gegen die überaktive Blase identifiziert: Der Wirkstoff stoppt die ständige Muskelkontraktion der Blase und sorgt damit für eine deutliche Verminderung der Beschwerden – auch im Vergleich mit Antimuskarinika.

Blasen- und Darmschwäche ist eine Erkrankung, die etwa 25 Prozent der Bevölkerung betrifft, mit steigendem Alter steigt die Quote auf 33 Prozent. Frauen sind generell häufiger betroffen als Männer. Als Risikofaktoren gelten neben dem Alter unter anderem Schwangerschaft und Geburt, Übergewicht, eingeschränkte Mobilität im Alter, Diabetes, die Einnahme von Östrogenen nach dem Wechsel, Alzheimer oder Depressionen.

Service: Publikumsveranstaltung „Alles unter Kontrolle“
Unter dem Motto „Alles unter Kontrolle“ findet morgen, Dienstag, 25. Juni 2013 (16-20 Uhr), im Hörsaalzentrum der MedUni Wien / AKH Wien (Ebene 7 und 8, Währinger Gürtel  18-20, 1090 Wien) in Kooperation von MedUni Wien, AKH Wien und Medizinischer Kontinenzgesellschaft Österreich eine Publikumsveranstaltung statt. Nach informativen, aktuellen Vorträgen der ExpertInnen aus den Bereichen Gynäkologie, Urologie, Chirurgie und Physikalischer Medizin der MedUni Wien / AKH Wien gibt es ab etwa 18.00 Uhr die Möglichkeit, sich in drei Expertenforen zu den Themen „Blasentagebuch und Kontinenztraining“, „Beckenbodentraining und Biofeedback“ sowie „Operationen bei Blasen-, Darm- und Beckenbodenschwäche“ im Detail interaktiv zu informieren.

Der Eintritt ist frei. Infos auch unter: www.kontinenzgesellschaft.at.