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Neue OP-Methode verhilft sechs Kindern zu normaler Sprachentwicklung

(Wien, 20-12-2013) Im Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien - Medizinischer Universitätscampus wurde eine vollkommen neue Therapieform für schwere Verengungen der Luftröhre und des Kehlkopfs eingeführt. Besonders bei frühgeborenen Kindern, die nach der Geburt lange mittels Luftröhrenschnitt und Kanüle künstlich beatmet werden, kommt es nicht selten zu Schädigungen der Luftröhre und des Kehlkopfs und zur Entstehung von narbigen Verengungen. Sie haben keine Möglichkeit einer normalen Sprachentwicklung.

Derartige Verengungen können behandelt werden, indem man den Kehlkopf spaltet und weitet und den Zwischenraum mit aus einer Rippe gewonnenem Knorpelgewebe schließt. Solche Eingriffe sind hochspezialisiert und bisher in nur wenigen Krankenhäusern durchgeführt worden.

Im AKH Wien/MedUni Wien ist es auf Basis einer Zusammenarbeit von Walter Klepetko, Leiter der Klinischen Abteilung für Thoraxchirurgie der Universitätsklinik für Chirurgie, und Wolfgang Bigenzahn, Leiter der Klinischen Abteilung für Phoniatrie der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, gelungen, diese Operationstechnik österreichweit erstmalig einzuführen.

Mit finanzieller Unterstützung des Wiener Krankenanstaltenverbunds konnte Phillip Monnier von der Universitätsklinik Lausanne, einer der weltweit wenigen Spezialisten auf diesem Gebiet, für eine Woche nach Wien kommen. Während dieser Zeit wurden insgesamt sechs Kleinkinder im Alter von eineinhalb bis drei Jahren durch das Wiener Team unter Anleitung von Monnier operiert.

Alle Kinder waren seit ihrer Geburt über einen Luftröhrenschnitt künstlich beatmet worden, wodurch ihre Kehlköpfe deutlich verengt waren. Sämtliche Operationen verliefen komplikationslos. Nach Einheilen der eingesetzten Rippenknorpel sind nunmehr alle Kinder von ihrer Kanüle in der Luftröhre befreit, können wieder normal über den erweiterten Kehlkopf atmen und können mit ihrer Sprachentwicklung beginnen.