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Neuen Malaria-Medikamenten auf der Spur - in der traditionellen Medizin Afrikas

(Wien 23-04-2014) Die überwiegende Mehrzahl der heutigen Malaria-Therapien basiert auf dem Wirkstoff Artemisinin, einem Pflanzenstoff, der in den Blüten und Blättern des Einjährigen Beifußes vorkommt.  Immer mehr Malaria-Parasiten sind aber resistent gegen Artemisinin. In einer Kooperation von Veterinärmedizinischer Universität Wien, Medizinischer Universität Wien und der Universität Ouagadougou in Burkina Faso ist man in den Labors des Instituts für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der MedUni Wien nun neuen Malaria-Medikamenten auf der Spur.

 

Aline Lamien Meda aus Burkina Faso, die an der Vetmeduni Vienna im Rahmen eines APPEAR-Projekts (Austrian Partnership Programme in Higher Education and Research for Development) an der Entwicklung eines Arzneibuchs traditioneller Malariamedikamente arbeitet, untersucht gemeinsam mit Harald Nödl, Malaria-Experte der MedUni Wien, rund 50 Pflanzen und Kräuter, die in der traditionellen afrikanischen Medizin bei Malaria eingesetzt werden, auf ihre Wirksamkeit und ihr mögliches Potenzial als Malaria-Medikament. Nödl: „Es ist bei einigen dieser Kräuter bekannt, dass sie die Symptome der Malaria bekämpfen, nicht aber, ob sie den Malaria-Parasiten wirkungsvoll bekämpfen können.“

Untersucht wird das im Labor an gezüchteten Malaria-Parasiten mittels „Verdünnungsreihen“ – und mit einer ELISA-Technologie, die vor über zehn Jahren an der MedUni Wien entwickelt wurde und heute weltweit zum Einsatz kommt. Es sei zu erwarten, so Nödl, dass nur eine Handvoll der untersuchten Pflanzen für eine sinnvolle, kommerzielle Verwendung in der Malaria-Therapie geeignet ist.

Spätestens in fünf Jahren wird es nötig sein, Medikamente zu haben, die auf einem anderen Wirkstoff als Artemisinin basieren, betonen die WissenschafterInnen anlässlich des Welt-Malariatags am kommenden Freitag. „Die Resistenz der Parasiten gegen Artemisinin breitet sich in Südostasien zusehends aus und einiges spricht dafür, dass sie auch Südamerika schon erreicht hat, auch in Afrika könnte es in wenigen Jahren soweit sein.“ Dann kann der übliche Wirkstoff gegen die Malaria-Parasiten nichts mehr ausrichten.

2.000 Malaria-Opfer täglich


Täglich sterben etwa 2.000 Menschen an Malaria (insgesamt rund 655.000 pro Jahr), einer Krankheit, die vor allem mit Armut assoziiert ist. Die meisten Opfer fordert die Seuche in Afrika und hier insbesondere unter den Schwächsten, den Kindern. In den meisten Fällen verläuft die Krankheit ohne Komplikationen, wenn sie rechtzeitig erkannt und therapiert wird. In jenen Fällen, in denen es zu Komplikationen kommt, ist die Sterblichkeit allerdings nach wie vor extrem hoch. Malaria ist auch heute noch, insbesondere in Afrika, Asien und Lateinamerika, eine der häufigsten Todesursachen von Kindern unter fünf Jahren.