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Neues Endometriosezentrum für optimale Betreuung von betroffenen Frauen

(Wien, 08-04-2011) Rund 15 Prozent aller Frauen in gebärfähigem Alter leiden unter Endometriose, dem Vorkommen von Gebärmutterschleimhaut außerhalb des Uterus. Die Ursachen für diese meist schmerzhafte Erkrankung sind unbekannt. Eine symptomatische Behandlung erzielt gute Erfolge, aber eine kausale Therapie wurde bisher nicht gefunden. Auch die Diagnose erfolgt in der Regel sehr spät. Um den Betroffenen eine optimale Diagnosemöglichkeit und begleitende Therapie zu bieten, eröffnet die Medizinische Universität Wien am 12. April 2011 das neue Endometriosezentrum an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde.

Das schleimhautähnliche Gewebe außerhalb der Gebärmutter verhält sich wie die Schleimhaut innerhalb der Gebärmutter, es wächst und blutet unter dem Einfluss der weiblichen Hormone. Symptomatisch sind starke Schmerzen, die typischerweise ab der Pubertät vor und während der Regelblutung oder beim Geschlechtsverkehr auftreten. Das Ausmaß dieser Schmerzen hängt jedoch nicht von der Größe der Herde oder dem Ausmaß der Erkrankung ab. Außerdem zieht die Krankheit in annähernd 50% der Fälle eine Unfruchtbarkeit nach sich.

Durch die individuell sehr unterschiedliche Symptomatik und den ebenso unterschiedlichen Krankheitsverlauf ist die Diagnose schwierig und kann sogar erst bis zu 10 Jahre nach der Erkrankung erfolgen, oft im Zuge einer Untersuchung zu einer künstlichen Befruchtung. Zur Abklärung, ob es sich bei den chronischen Schmerzen um Endometriose handelt, ist ein operativer Eingriff notwendig.

Obwohl die Endometriose eine der häufigsten gutartigen gynäkologischen Erkrankungen darstellt, ist die Ursache der Erkrankung noch immer unbekannt. Eine kausale Behandlung ist daher nicht möglich, es ist jedoch das Ziel bei den betroffenen Frauen Symptomfreiheit zu erzielen und gegebenenfalls ihren Kinderwunsch zu erfüllen.

Mit dem neuen Endometriosezentrum bietet die MedUni Wien den betroffenen Frauen jetzt eine Anlaufstelle, an der sie modernste Diagnoseverfahren und optimale, individuelle Therapiemöglichkeiten vorfinden. Das Zentrum unter der Leitung von René Wenzl wurde kürzlich durch die Stiftung für Endometrioseforschung mit der höchsten Stufe zertifiziert. Das bedeutet eine intensive und umfassende Betreuung, von fachlicher Beratung und Unterstützung bei administrativen Angelegenheiten über neueste Diagnose- und Therapieverfahren bis zur Organisation von Informationsveranstaltungen für die Betroffenen. Ein wesentlicher Faktor für diese Zertifizierung ist außerdem die Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Fachrichtungen, wie Chirurgie, Urologie, Psychosomatik oder Schmerztherapie. Auch hier bietet die MedUni Wien durch die räumliche Nähe der Kliniken und Institute die bestmöglichen Voraussetzungen.

Bei der Eröffnung am 12. April im Jugendstilhörsaal der MedUni Wien mit Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek sowie der Obfrau der Endometriosevereinigung Rita Hofmeister werden seitens der MedUni Wien Vizerektorin Karin Gutierrez-Lobos, der Ärztliche Direktor Reinhard Krepler, der Leiter der Universitätsklinik für Frauenheilkunde Peter Husslein, der Abteilungsleiter für Gynäkologische Endokrinologie und Sterilitätstherapie Johannes Huber und der Leiter des Endometriosezentrums René Wenzl anwesend sein.


Auftaktveranstaltung Endometrioszentrum Wien:

12. April 2011, 14:00 bis 15:00 Uhr

Jugendstilhörsaal, Rektoratsgebäude (BT 88) der MedUni Wien
1090 Wien, Spitalgasse 23

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