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Nicht-alkoholische Fettleber: Bereits 40 Prozent der Bevölkerung betroffen

(Wien, 04-12-2013) Die nicht-alkoholische Fettleber, stark assoziiert etwa mit Diabetes, dem metabolischen Syndrom oder Übergewicht, ist eine Volkskrankheit, unter der bereits mehr als 40 Prozent der Menschen leiden. Tendenz weiter steigend. Bereits im Jugendalter, so Michael Trauner, Leiter der Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie der MedUni Wien, kann eine Fettleber vorliegen, dabei spielen auch genetische Vorgänge und Veränderungen des Darmmikrobioms eine wichtige Rolle.

Trauner: „Die Erkrankung ist nicht nur ‚selbstgemacht‘. Eine Fettleber kann zur Leberentzündung (Fettleberhepatitis), Leberzirrhose und Leberkrebs führen, sie stellt aufgrund der zentralen Stellung der Leber für den Blutfettstoffwechsel auch einen wichtigen Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen dar. Die klinische Relevanz der Fettlebererkrankung wurde in der Vergangenheit sowohl von ÄrztInnen als auch PatientInnen massiv unterschätzt“

Am 12. Dezember 2013 referiert Gerald I. Shulman von der University of Yale, ein absoluter Experte in Sachen Fettleber und einer der renommiertesten Forscher zum Thema der Insulinresistenz weltweit, anlässlich der Hans-Popper-Lecture an der MedUni Wien (14.00 Uhr, Jugendstilhörsaal, Spitalgasse 23) über “The Role of Non Alcoholic Fatty Liver Disease in Type 2 Diabetes”. Am 12. und 13. Dezember finden dazu begleitende auch Forschungsseminare (Basic und Clinical Research Seminar) zu diesem Themengebiet statt, wo NachwuchsforscherInnen der MedUni Wien Gelegenheit haben, ihre Daten mit Shulman zu diskutieren.

Shulman, der auch Mitglied in der „National AcademyofSciences“ ist und einige
ForscherInnen an der MedUni Wien ausgebildet hat, gilt als Experte auf vielen Gebieten wie der Endokrinologie, Hepatologie und der Magnetresonanztomographiespektroskopie in Verbindung mit der Untersuchung von verschiedenen Organen. Das entspricht auch der Multisystem-Erkrankung Fettleber.

Übrigens wurde der Begriff der „nicht-alkoholischen Fettleber“ vom Wiener Hepatologen Heribert Thaler (einem Schüler von Hans Popper) in den 1960er-Jahren geprägt und später von den amerikanischen ForscherInnen aufgegriffen. Damals war man noch der Ansicht gewesen, dass diese Erkrankung ausschließlich mit erhöhtem Alkoholkonsum in Verbindung stehe. An der MedUni Wien gibt es aktuell zahlreiche interdisziplinäre Forschungsprojekte, die sich mit der Erforschung der Mechanismen, neuer prognostischer Biomarker und Therapieformen der Fettleber-Erkrankung beschäftigen.

Über Hans Popper
Hans Popper gilt als geistiger Vater der modernen Hepatologie mit Wiener Wurzeln, nach seiner Vertreibung aus Österreich im Jahr 1938 prägte Popper mit der Fortsetzung seiner Laufbahn in den USA wie kein anderer das Fachgebiet der Hepatologie. Auf Popper gehen zahlreiche moderne Konzepte und Begriffe der Hepatologie zurück, wie die chronische Hepatitis, Cholestase und Leberzirrhose. Der visionäre Forschergeist Hans Poppers vereinte Grundlagenforschung und klinische Betrachtungsweise bereits zu einem Zeitpunkt, zu dem Biochemie und Molekularbiologie noch in ihren Kinderschuhen steckten. Faszinierend am Forscher Hans Popper ist, dass er trotz der noch relativ limitierten technischen Mittel seiner Zeit bereits in der Lage war, die wesentlichen Entwicklungen der modernen Hepatologie zu antizipieren. Seit 2011 gibt es auf Initiative von Michael Trauner die Hans-Popper-Lecture an der MedUni Wien.

Hans Popper Lecture 2013 - Programm
“The Role of Non Alcoholic Fatty Liver Disease in Type 2 Diabetes”. Gerald I. Shulman. Donnerstag, 12.12. 2013, 14.00 Uhr, Jugendstilhörsaal, Spitalgasse 23.
» Basic Science Research Seminar im Rahmen der Hans Popper Lecture 2013, Donnerstag, 12.12. 2013, 09:00-13:00, AKH Hörsaalzentrum, Ebene 7, Kursraum 9,
» Translational and Clinical Research Seminar im Rahmen der Hans Popper Lecture 2013, Freitag, 13.12. 2013, 09:00-15:00, AKH Hörsaalzentrum, Ebene 7, Kursraum 9,
» LINK zur Einladung.