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Notfälle mit Säuglingen: Innovative Ausbildung erhöht Sicherheit

(Wien, 19-10-2015) Die Simulation von Notfallsituationen ist eine wichtige Methode der medizinischen Ausbildung, um sich die dafür notwendigen Kompetenzen anzueignen. An der MedUni Wien ist das Pädiatrische Simulationstraining (PST) Teil des Curriculums für jene Medizinstudierende des fünften Studienjahres, die ihre Tertialausbildung an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde absolvieren. Anhand von Puppen, die Säuglinge simulieren, können angehende ÄrztInnen hier die Vorgehensweise bei pädiatrische Notfällen einüben.

Bei Notfällen muss es oft schnell gehen, Entscheidungen müssen getroffen werden. Richtige Kommunikation, das Arbeiten im Team, optimale Ressourcenverteilung, kompetente Entscheidungsfindung und Situationsbewusstsein sind essentielle Teile einer bestmöglichen PatientInnenversorgung. Medizinische Simulation ist dafür eine hervorragende Methode zum Vertiefen dieser Skills und trägt damit wesentlich zur  Verbesserung der medizinischen Ausbildung sowie zur Erhöhung der PatientInnennsicherheit bei. Als Teil des modernen Curriculums an der MedUni Wien hilft es angehenden ÄrztInnen, sich auf Notfallsituationen optimal vorzubereiten. Zusätzlich stehen auch den medizinischen Teams der Kinderklinik Szenarien- und Teamtrainings zur Verfügung.

Wenn es schnell gehen muss - Übung gibt Sicherheit

An der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde der Medizinischen Universität Wien besteht ein Simulationszentrum mit voll ausgestatteter Reanimationseinheit, mehreren „low-“ und „high fidelity“ Simulationspuppen (Frühgeborenes, Reifgeborenes, Säugling), sowie einem Video-Recording-System zum realistischen Training und anschließendem Feedback. Neben der Ausbildung in Basic und Advanced Pediatric Life Support werden Teamwork, Kommunikation, menschliche Einflussfaktoren und Skills trainiert. Damit werden diese Eigenschaften nicht erst nach dem Studium am Kind oder Säugling erlernt.

Jeweils vier Personen üben gemeinsam eine Notfallsituation. Die Signale der Simulationspuppen werden dabei vom Instruktionsteam ferngesteuert. Die rund zehnminütigen Szenarien werden per Video aufgezeichnet und anschließend mit Videoanalyse und strukturierter Auswertung (Debriefing) besprochen, wobei der Fokus auf menschliche Faktoren und Ressourcenmanagement sowie der Handhabung der Situation und Fertigkeiten gelegt wird.
Begleitende wissenschaftliche Studien sollen die Effektivität der Trainings objektiv aufzeigen. Als Gründungsmitglied des Verein „Netzwerk Kindersimulation“ soll die pädiatrische Simulation, Ausbildung und Forschung im deutschsprachigen Raum gefördert werden.

Peer Teaching: Freiwillige Teilnahme an Übungskurs für alle Studierende
Um dieses Angebot neben den Tertialstudierenden an der Kinderklinik auch allen anderen Studierenden zugänglich zu machen, wurde vor drei Jahren ein neuartiges Projekt geschaffen, das zusätzliche Kurse auf freiwilliger Basis ermöglicht. Hier werden die Kurse von Studierenden für Studierende (Peer-Teaching) angeboten. Diese Praxisübungen fördern Kommunikation, Teamwork und helfen dabei, in echten Notfallsituationen Fehler zu verhindern, damit der Ernstfall nicht zum Erstfall wird. Es handelt sich um ein zusätzliches freiwilliges Praktikum, bei dem ein eigenes Zertifikat ausgestellt wird (derzeit nicht als Wahlfach anrechenbar).

 


 
» Pädiatrisches Simulationstraining an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde