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ÖGKJ-Wissenschaftspreis für David Kasper

(Wien, 26-11-2013) David Kasper, Leiter des Screening- und Stoffwechsellabors der Kinderklinik an der MedUni Wien, ist diesjähriger Preisträger des Wissenschaftspreises der Österreichischen Gesellschaft für Kinder-und Jugendheilkunde (ÖGKJ). Bei allen eingereichten Arbeiten der Arbeitsgruppe für Wissenschaft und Forschung wurde seine als beste klinische Publikation des Jahres 2012  ausgewählt und im Rahmen der Jahrestagung in Innsbruck prämiert. Der mit 12.000 € dotierte Preis wird jährlich von der ÖGKJ an ForscherInnen vergeben, die herausragende Ergebnisse im Bereich der Pädiatrie erzielen konnten. 



Die prämierte Arbeit befasst sich mit der Diagnostik von lysosomalen Speicherkrankheiten. Lysosomen sind wesentliche Bestandteile der Körperzellen. Abzubauende, körperfremde und körpereigene Substanzen werden innerhalb der Zelle von den Lysosomen aufgenommen und mit Hilfe von Enzymen verdaut. Im Fall einer Störung dieser Funktion wird der Abbauprozess beeinträchtigt und es kann bereits zu einem frühkindlichen schweren Krankheitsbild bis zu Spätmanifestationen mit Nieren-, oder Herzversagen bzw. Durchblutungsstörungen im Gehirn kommen.

Im Rahmen der Studie wurde ein neues biochemisches Testverfahren, das von der Arbeitsgruppe von David Kasper entwickelt wurde, getestet und eine unerwartet hohe Häufigkeit von verminderten Enzymdefekten von 1:2.315 bei Neugeborenen ermittelt. Das Team etablierte ein neuartiges, massenspektrometrisches Verfahren und testete simultan auf bis zu fünf lysosomale Stoffwechselerkrankungen. Die vom Bundesministerium für Gesundheit geförderte Studie wurde im Top-Fachmagazin „The Lancet“ publiziert. Für einige wenige lysosomale Stoffwechselerkrankungen gibt es bereits Therapiemöglichkeiten wie die Enzymersatztherapie oder die Stammzellentransplantation, weitere sind in Entwicklung oder bereits in der klinischen Testphase.

Das von Kasper geleitete Österreichische Neugeborenen-Screening-Programm läuft bereits seit Mitte der sechziger Jahre zentral für ganz Österreich an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde der MedUni Wien und ist damit eines der top Screening-Programme auf internationaler Ebene. Dieses Vorsorgeprogramm ermöglicht die frühzeitige Erkennung von angeborenen Erkrankungen bereits in den ersten Lebenstagen und ist Voraussetzung für eine möglichst schnelle und wirkungsvolle Behandlung. Derzeit werden pro Jahr etwa 80 bis 100 Kinder kurz nach der Geburt mit einer schwerwiegenden Erkrankung diagnostiziert, und haben somit die Chance auf rechtzeitige Therapiemöglichkeit. 


Zur Person

David Kasper ist sowohl Doktor der technischen, als auch der medizinischen Wissenschaft und erhielt bereits 2006 für seine Diplomarbeit den INiTS Award. 2011 habilitierte er an der MedUni Wien im Bereich der Pädiatrie mit dem Schwerpunkt der Pädiatrischen Labordiagnostik und Präventivprogramme für die Früherkennung von angeborenen Erkrankungen. Seit 2010 leitet er das Stoffwechsellabor der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, sowie das Österreichische Neugeborenen-Screening. Kasper ist Autor von zahlreichen internationalen Publikationen und Preisträger des „Otto-Thalhammer Preis“ der Österreichischen Gesellschaft für Prä- und Perinatale Medizin, und der Jean Dussault-Medaille der „International Society for Neonatal Screening“ (ISNS).

Prämierter Artikel:
Neonatal screening for lysosomal storage disorders: feasibility and incidence from a nationwide study in Austria.