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Positronen-Emissions-Tomographie macht Wirkung von Antidepressiva messbar

(Wien 19-10-2012) Mit Hilfe der bildgebenden Positronen-Emissions-Tomographie (PET) des Gehirns lässt sich die Wirkung von einer Gruppe Antidepressiva, den Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI), messbar machen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die nun im renommierten Journal „NeuroImage“ erschienen ist. Die Arbeit wurde unter der Leitung von Siegfried Kasper an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik für Nuklearmedizin verfasst.

„Uns ist es erstmals gelungen, einen Zusammenhang zwischen dem klinischen Ansprechen auf eine serotonerge Medikation bei PatientInnen mit Depression und dem Serotonintransporter im Hirnstammbereich und anderen Gehirnregionen zu zeigen“, erklärt Kasper.  Mit PET konnte die Dichte des Serotonintransporters, der Ziel-Bindungsstelle von SSRIs, in bestimmten Kerngebieten des Hirnstammes, den sogenannten Raphe-Kernen, quantifiziert werden.

Die PatientInnen mit Depression wurden in der Studie vor und nach der Behandlung mit SSRIs untersucht. Es konnte gezeigt werden, dass die Wirksamkeit der Therapie einige Wochen nach Therapiebeginn mit bereits vor Therapie bestimmten quantitativen Werten des Serotonintransporters zusammenhing. Voraussetzung für diese neuen Forschungsergebnisse waren die Entwicklung von neuen Auswertestrategien der PET-Daten im Team um Rupert Lanzenberger, und die Synthese eines hoch-spezifischen und –selektiven Radioliganden im Team um Wolfgang Wadsak und Markus Mitterhauser.

Mit der PET-Methode könne man, so Kasper, die Belegung des Serotonintransporters durch SSRIs in verschiedenen Gehirnregionen der PatientInnen quantifizieren: „Das ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer individualisierten Therapie, der weit über die Messung von Plasmakonzentrationen hinausgeht“

Service: NeuroImage
Prediction of SSRI treatment response in major depression based on serotonin transporter interplay between median raphe nucleus and projection areas.” R. Lanzenberger, G.S. Kranz, D. Haeusler, E. Akimova, M. Savli, A. Hahn, M. Mitterhauser, C. Spindelegger, C. Philippe, M. Fink, W. Wadsak, G. Karanikas, S. Kasper. Neuroimage. 2012 Nov 1;63(2):874-81. doi: 10.1016/j.neuroimage.2012.07.023.