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Psoriasis: Aktuelle MedUni Wien-Studie in „Nature"

(Wien, 10-03-2015) Psoriasis ist eine entzündliche Hauterkrankung die 2-3% der Bevölkerung betrifft. Der meist frühe Krankheitsbeginn, der chronische Verlauf und das stigmatisierende Erscheinungsbild der Erkrankung führen oft zu einer signifikanten Beeinträchtigung der Lebensqualität der PatientInnen.
ForscherInnen der Universitätsklinik für Dermatologie der MedUni Wien konnten in einer nun im Top-Journal „Nature“ veröffentlichten Studie zeigen, dass die gezielte Blockade eines Botenstoffs im Immunsystem (Interleukin-23/IL-23) die Hautsymptome der Schuppenflechte verbessert.


Die Entdeckung, dass Psoriasis eine immun-mediierte Erkrankung ist, hat zur Entwicklung von Biologikatherapien geführt, gentechnologisch hergestellte monoklonale Antikörper oder Fusionsproteine, die gezielt gegen Wachstumsfaktoren und Botenstoffe der Entzündungsreaktion gerichtet sind. Die klinische Wirksamkeit einer selektiven Blockade des Wachstumsfaktors, Interleukin-23 (IL-23) bei PatientInnen mit chronischer Plaque-Psoriasis wurde nun weltweit erstmals in einer Studie an der MedUni Wien unter der Leitung von Elisabeth Riedl (Universitätsklinik für Dermatologie, Klinische Abteilung für Allgemeine Dermatologie, Leiter: Hubert Pehamberger), Christine Bangert und Tamara Kopp (beide Universitätsklinik für Dermatologie, Klinische Abteilung für Immundermatologie, Leiter: Georg Stingl) nachgewiesen.

Blockade von IL-23 als mögliche Therapieoption
Psoriasis  ist eine nichtinfektiöse entzündliche Erkrankung, bei der es durch eine Fehlregulation des Immunsystems zur Ausbildung von typischen Hautläsionen  kommt. Bis zu 30% der Patienten entwickeln eine Psoriasis-Arthritis. In Abhängigkeit von Dauer und Schwere der Erkrankung, besteht ein erhöhtes Risiko für Adipositas, kardiovaskuläre Erkrankungen und Depression. Die Erkrankung beginnt häufig im frühen Erwachsenenalter. Da die Krankheitsursache letztlich ungeklärt ist, gibt es noch keine kurative Therapie.
Riedl: „Das Therapieziel ist es daher, eine lang anhaltende Erscheinungsfreiheit zu erreichen. Die Antikörper-mediierte Blockade von IL 12/23p40, der gemeinsamen Untereinheit von IL-12 und IL-23, hat sich in der Behandlung der chronischen Plaque-Psoriasis als wirksam erwiesen. Präklinische Studiendaten legten allerdings nahe, dass diese Wirkung vor allem auf der spezifischen Blockade von IL-23 beruht.“

Der Wachstumsfaktor Interleukin-23 ist ein heterodimeres Zytokin, das aus der IL12/IL 23p40-Untereinheit und der IL-23 spezifischen IL-23p19-Untereinheit besteht. Riedl.: „Die Annahme, dass Interleukin-23 eine zentrale Rolle in der Entstehung der Psoriasis spielt, beruht auf dem Nachweis einer Überexpression von IL-23 in psoriatischer Haut und auf präklinischen Studien im Mausmodell, die zeigen konnten, dass die Injektion von IL-23 in die Haut zu psoriasisartigen Hautläsionen führt.“ 

In der aktuellen, klinischen Phase-1-Studie wurde erstmals die Wirkung der IL-23-spezifischen Blockade mit Tildrakizumab, einem neuen, gegen IL-23p19 gerichteten Antikörper, bei PatientInnen mit chronischer mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis nachgewiesen. Insgesamt wurden an der Universitätsklinik für Dermatologie und an zwei weiteren Studienzentren in Dänemark und in den USA 77 PatientInnen in diese randomisierte, Placebo-kontrollierte multizentrische Phase-1-Studie eingeschlossen, um die klinische Wirkung, Sicherheit und Pharmakokinetik von Tildrakizumab zu evaluieren. Zusätzlich wurden an den beiden Studienzentren der Universitätsklinik für Dermatologie histologische, immunohistochemische und Genexpressionsanalysen durchgeführt.

"Tildrakizumab wurde bis zu den höchsten, verwendeten Dosen gut vertragen und zeigte insgesamt ein günstiges Sicherheitsprofil ", schrieben die ForscherInnen in dem Nature-Artikel. Die Studie habe gezeigt, dass IL-23 maßgeblich an der Entstehung der Schuppenflechte beteiligt ist, und die gezielte Blockade von IL-23 eine vielversprechende Therapiemöglichkeit darstellt.

Service: Nature
Clinical improvement in psoriasis with specific targeting of interleukin-23 - Tamara Kopp, Elisabeth Riedl, Christine Bangert, Edward P. Bowman, Elli Greisenegger, Ann Horowitz, Harald Kittler, Wendy M. Blumenschein, Terrill K. McClanahan, Thomas Marbury, Claus Zachariae, Danlin Xu, Xiaoli Shirley Hou, Anish Mehta, Anthe S. Zandvliet, Diana Montgomery, Frank van Aarle & Sauzanne Khalilieh
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