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Rotavirus-Impfung schützt auch nicht immunisierte Kinder

(Wien, 25-02-2011) Die Rotavirus-Impfung wirkt. Sie hat in Österreich zu einer drastischen Reduktion der Spitalsaufnahmen von Kindern wegen schwerer Durchfallerkrankungen durch Rotavirus-Infektionen geführt. Und sie schützt in Form einer "Herden-Immunität" sogar ungeimpfte Babys, weil die Erreger nicht mehr so oft im "Umlauf" sind. Dies haben jetzt Experten des Instituts für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der MedUni Wien unter Herwig Kollaritsch nachgewiesen.

Die Wissenschafter haben ihre Studie in der Fachzeitschrift "Vaccine" publiziert. Der Hintergrund: Im August 2007 begann in Österreich im Rahmen des kostenlosen Impfprogramms für Kinder der breite Einsatz der Vakzine gegen Rotavirus-Infektionen. Die Erreger lösen vor allem bei Babys schwere Durchfallerkrankungen aus, die sogar eine Aufnahme im Krankenhaus notwendig machen können.

Weltweit rechnet man mit jährlich 111 Millionen Rotavirus-Erkrankungen bei Kindern im Alter bis zu fünf Jahren, in Europa mit 2,8 Millionen. Während schlechte Versorgung in den Entwicklungsländern für den Großteil der weltweit rund 440.000 Todesfälle verantwortlich ist, betrug die Mortalitätsrate in Österreich bei geschätzten jährlichen 44.900 Infektionen 1:54.000. Doch: Bei einer Hospitalisierung kann man mit 1.500 bis 2.400 Euro an Kosten rechnen. In der ambulanten (ärztlichen, Anm.) Betreuung sind es 140 bis 200 Euro. Die indirekten Kosten, wenn die Mutter zwei Tage zu Hause bleibt, liegen bei ebenfalls mindestens mehr als 100 Euro. Jährlich wurden in Österreich ehemals an die 5.000 Kinder mit schweren Rotavirus-Darminfektionen im Spital aufgenommen. Das dürfte um die zehn Millionen Euro gekostet haben.

Diese Problematik konnte mit der Rotavirus-Impfung in Österreich jedenfalls erfolgreich bekämpft werden. Kollaritsch: "Im Jahr 2008 waren bereits 87 Prozent der Kinder durch Impfung vor der Infektion geschützt. Gleichzeitig reduzierte sich die Zahl der Spitalsaufnahmen um 74 Prozent in der Altersgruppe der im  Beobachtungszeitraum impfbaren Kinder.