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Ruth Herbst

Titel:  Priv.Doz.in Mag.a Dr.in
Mitglied Wissenschaftlicher Betriebsrat

 

Warum haben Sie sich für eine wissenschaftliche Karriere entschieden?
Es war für mich schon während dem Studium klar, dass ich in die Forschung will. Die Möglichkeit neue Dinge zu entdecken und zu untersuchen hat mich schon immer fasziniert.

 

Wie verlief Ihr wissenschaftlicher Weg?
Nach dem Studium Mikrobiologie/Genetik an der Universität Wien habe ich mich für das Doktoratsstudium Molekularbiologie entschieden. Die wissenschaftlichen Arbeiten dazu habe ich zuerst am Institut für Pathologie (IMP) in Wien und dann weiterführend an der University of Sheffield (UK) durchgeführt. Nach meiner Promotion ging ich als Erwin-Schrödinger Stipendiatin an das New York University Medical Center, um als Postdoc auf dem Gebiet der Neurobiologie zu arbeiten. Mit der Hilfe eines Erwin-Schrödinger Rückkehrstipendium bin ich dann 2002 an das Zentrum für Hirnforschung der Medizinischen Universität Wien gekommen. Hier hatte ich die Möglichkeit über die Einwerbung von FWF Projekten und mit Unterstützung eines APART Stipendiums der ÖAW eine Arbeitsgruppe aufzubauen. Später folgte dann meine Habilitation. Nach 10 Jahren Selbstfinanzierung habe ich nun seit Anfang 2013 eine Stelle am Zentrum für Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie.

 

Was sind Ihre Stärken und wie konnten Sie diese für Ihre Karriere nutzen?
Ehrgeiz, Fleiß und Ausdauer, die mir halfen die Finanzierung meiner Projekte zu erkämpfen. Neugier, die mich an verschiedene Orte und in verschiedene Länder gebracht hat, und wodurch ich Erfahrungen sammeln konnte, die mich persönlich und beruflich weitergebracht haben.

 

Was sind Ihre wichtigsten Ressourcen gewesen, um Karriere machen zu können?
Meine Erfahrungen als Postdoc in den USA. Der FWF als Funding Agentur. Mein Partner, der auch in der Wissenschaft tätig ist.

 

Was war Ihr größter Misserfolg und was haben Sie daraus gelernt?
Ich kann nicht einen größten Misserfolg nennen, da die Wissenschaft immer ein „auf und ab“ zwischen Erfolgen und Misserfolgen ist. Ich kann nur betonen, dass die Frustrationsschwelle hoch sein muss, um nicht während den Phasen der Misserfolge zu verzweifeln.

 

War es für Ihren Karriereverlauf hinderlich, eine Frau zu sein?
Ich kann nicht generell behaupten, dass Frausein hinderlich war. Es gibt aber bestimmte Situationen, da ist Frausein kein Vorteil. Die Geburt meiner Tochter war sicher ein Ereignis, dass mich beruflich (nicht persönlich) im Vorankommen verzögert hat. Ich habe es auch oft als negativ empfunden, dass es kaum weibliche Führungskräfte als Vorbild bzw. Ansprechpartnerinnen in der medizinischen Forschung gibt. Um dem aktiv entgegen zu wirken, habe ich zusammen mit Kolleginnen das Frauennetzwerk WNW-med gegründet, das versucht Frauen an der MedUni Wien zu stärken und zu unterstützen.

 

Falls Sie Kinder haben: Was ist bzw. war an Unterstützung besonders hilfreich?
Mein Partner und eine gute Kinderbetreuung.

 

Welchen Ausgleich suchen Sie in Ihrer Freizeit?
Es gibt wenig Freizeit, die wird dann meiner Tochter gewidmet. Zeit mit ihr verändert oft die Perspektiven und bringt Dinge wieder ins Lot.

 

Tipps und Tricks
„Work hard and smart“ – ein Slogan, der gut in die heutige Situation der Wissenschaft passt. In Zeiten, wo die Konkurrenz, der Zeitdruck und der Erfolgszwang hoch sind, braucht es neben Glück eben hartes und „intelligentes“ Arbeiten, um weiter zu kommen.