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Sanofi Stiftung zeichnet Forscher der MedUni Wien aus

(Wien, 22. Oktober 2015) – Im Rahmen der „Sanofi Stiftung zur Förderung der medizinischen Forschung in Österreich“ unterstützt Sanofi regelmäßig hervorragende Forschungsleistungen auf dem Gebiet der Medizin. Dieser Preis wird alljährlich an die Medizinischen Universitäten Wien, Graz, Salzburg und Innsbruck vergeben. Den Auftakt dazu machte die Preisverleihung an der Medizinischen Universität Wien. Ausgezeichnet wurden die Forscher Andreas Kammerlander und Stéphane Ciocchi.

„Die wissenschaftliche hohe Qualität der Arbeiten ist beeindruckend“, freute sich Sabine Radl, Geschäftsführerin Sanofi Österreich, die gemeinsam mit dem Rektor der MedUni Wien, Markus Müller, und der Vizerektorin für Forschung und Innovation der MedUni Wien, Michaela Fritz, die Preise an die beiden Wissenschaftler überreichte.

Über die Preisträger und ihre Arbeiten

Andreas Kammerlander (Universitätsklinik für Innere Medizin II, Abteilung für Kardiologie, Medizinische Universität Wien)
„Right ventricular dysfunction, but not tricuspid regurgitation, is associated with outcome late after left heart valve procedure.

Häufig entwickelt sich bei PatientInnen nach linksseitiger Klappenoperation eine Trikuspidalklappeninsuffizienz (TI).Die prognostische Relevanz einer solchen TI wurde bislang in keiner großen, prospektiven Studie untersucht.   
In der Arbeit wurde bei 539 PatientInnen nach Aorten- und/oder Mitralklappenoperation der Einfluss einer signifikanten, also zumindest mittelgradigen, TI auf das Überleben untersucht. Es zeigte sich zwar, dass eine signifikante TI mit einer schlechteren Prognose in der univariaten Überlebensanalyse einherging, allerdings konnten in der multivariaten Analyse nur das Alter, die Größe des linken Vorhofs  eine vorangegangene Bypassoperation, Diabetes und eine eingeschränkte Rechtsventrikelfunktion, nicht jedoch die zumindest mittelgradige TI, als signifikante Prädiktoren für das Überleben identifiziert werden.
Aufgrund dieser Ergebnisse muss hinterfragt werden, ob bei PatientInnen mit signifikanter TI nach linksseitiger Herzklappenoperation eine isolierte Trikuspidal–klappenoperation angestrebt werden sollte.  


Stéphane Ciocchi
(Zentrum für Hirnforschung, Abteilung für Kognitive Neurobiologie, Medizinische Universität Wien)
“Brain computation. Selective information routing by ventral hippocampal CA1 projection neurons”.

Der Hippocampus leitet selektive Informationen über Ängstlichkeit
Ein grundlegendes Ziel der modernen Neurowissenschaften ist es, die neuronalen Mechanismen beim Lernen und Gedächtnis unter gesunden und pathologischen Bedingungen zu verstehen. Der Hippocampus ist eine kortikale Gehirnregion, die an komplexen emotionalen und kognitiven Verhaltensweisen wie Angst, Motivation oder räumliche Navigation beteiligt ist. Der Hippocampus ist mit vielen Gehirnregionen durch synaptische Kontakte direkt verbunden. In der vorliegenden Arbeit, stellten wir uns die Frage, wie der Hippocampus mit diesen bestimmten Gehirnregionen kommuniziert. Theoretisch waren zwei grundlegende Prinzipien der Informationsübertragung am wahrscheinlichsten. Einerseits könnte der Hippocampus verhaltensrelevante Informationen zu allen Gehirnregionen senden und würde der Empfängerregion die benötigten und relevanten Informationen extrahieren lassen. Dies wäre ähnlich wie bei einem Funksender, der gleichzeitig alle Sendungen sendet, während der Funkempfänger sich sein gewünschtes Programm extrahiert. Alternativ könnte der Hippocampus die Übertragung von diverse Informationen unterschiedlich und sehr selektiv zu verschiedenen Gehirnregionen senden. Wir stellten fest, dass Informationen über Ängstlichkeit bevorzugt an den präfrontalen Kortex, eine Gehirnregion, die auch an der Entscheidungsfindung beteiligt ist, gesandt wird. Das macht dahingehend Sinn, da die Intensität der Ängstlichkeit die Entscheidungsfindung in vielen Situationen des täglichen Lebens beeinflusst.
Die Analyse der Gehirnbahnen im Hippocampus von Ratten wurde mit Hilfe von modernsten optogenetischen (Kontrolle der Aktivität von Nervenzellen durch Licht) und elektrophysiologischen Untersuchungsmethoden erhalten. Insgesamt hat unsere Studie spezifische Gehirnbahnen des Hippocampus identifiziert. Die verschiedenen spezifischen Gehirnbahnen des Hippocampus können dadurch von entscheidender Bedeutung sein, um pathologische Veränderungen der involvierten Gehirnregionen sowie psychiatrische Störungen besser zu verstehen.

Über die Sanofi Stiftung
Den Medizinischen Universitäten von Graz, Innsbruck, Wien und Salzburg wird jährlich ein namhafter Betrag zur Verfügung gestellt. Jede Medizinische Universität ermittelt ihre Preisträger für sich, die Preisverleihung erfolgt jeweils im Nachhinein für das abgelaufene Jahr. Die Preise werden von den Medizinischen Universitäten ausgeschrieben, Bewerbungen sind an diese zu richten. Die Preisträger und -innen werden von einem Kuratorium aus Professorinnen und Professoren an den Universitäten ermittelt. Sanofi ist in den Kuratorien vertreten, nimmt aber keinen Einfluss auf die Entscheidung.

Über Sanofi in Deutschland, der Schweiz und Österreich
Sanofi ist ein weltweit führendes Gesundheitsunternehmen, das therapeutische Lösungen erforscht, entwickelt und vermarktet, ausgerichtet auf die Bedürfnisse der Patienten. In der länderübergreifenden Organisation Deutschland-Schweiz-Österreich hat Sanofi das Marketing und den Vertrieb der drei Landesgesellschaften vereint. In allen drei Märkten gehört Sanofi zu den führenden Anbietern von Arzneimitteln und Gesundheitslösungen. Sanofi setzt seine Schwerpunkte auf Lösungen bei Diabetes, auf Impfstoffe, innovative Medikamente, frei verkäufliche Gesundheitsprodukte, Schwellenmärkte, Tiergesundheit und Genzyme. Sanofi ist an den Börsen von Paris (EURONEXT: SAN) und New York (NYSE: SNY) notiert.