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Sexuelle Orientierung ist keine Privatsache

(Wien, 26-06-2013) Im Rahmen der Veranstaltung „Don’t ask – don’t tell“ an der MedUni Wien setzten sich erstmals in Österreich sieben Universitäten gemeinsam in einer öffentlichen Veranstaltung mit dem Thema sexuelle Orientierung am Arbeitsplatz auseinander. Das Ergebnis und die zentrale Botschaft aller Vortragenden: Sexuelle Orientierung ist keine Privatsache, nur sexuelle Handlungen können Privatsache sein.

Die Vortragenden waren sich auch in der anschließenden Podiumsdiskussion einig: „Die Dimension sexuelle Orientierung ist die am wenigstens beachtete Kerndimension bei Diversity Management-Prozessen. Maßnahmen diesbezüglich müssen Top-Down passieren, die Führungsebene muss dahinter stehen.“ Zugleich ist aber auch ein „Bottom-Up-Prozess“ wichtig. An der MedUni Wien wird das u.a. durch die regelmäßigen Treffen der Regenbogengruppe gelebt.

Hintergrund zu don’t ask – don’t tell
Die Vizerektorin für Gender, Lehre & Diversity der MedUni Wien, Karin Gutiérrez-Lobos, erläuterte einleitend die Bedeutung von „Don’t ask – don’t tell“. Es handelt sich hier um eine Verkürzung von „We don't ask and you don't tell“, ein Slogan, der ursprünglich beim US-amerikanischen Militär bis 2011 gebräuchlich war („we don’t ask and you don’t tell“).

Erst seit Juli 2011 dürfen Lesben, Schwule und Bisexuelle im US-Militär offen zu ihrer sexuellen Orientierung stehen. Zuvor konnten sie nur beim US-Militär dienen, wenn sie ihre sexuellen Orientierungen nicht offen auslebten und auch nichts davon erzählten. Zugleich durfte die Armee die BewerberInnen und SoldatInnen nicht nach ihren sexuellen Orientierungen befragen. Falls lesbische oder schwule SoldatInnen ihre sexuelle Orientierung nicht geheim hielten, mussten sie den Dienst im US Militär beenden. Von 1993 bis 2011 wurden aufgrund dieser Regelung rund 14.000 Armeeangehörige entlassen.