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Stephan Doering ist Professor für Psychoanalyse und Psychotherapie

(Wien, 07-01-2011) Mit 1. Jänner 2011 hat Univ. Prof. Dr. Stephan Doering die Professur für Psychoanalyse und Psychotherapie an der MedUni Wien angetreten. Gleichzeitig hat er die Leitung der Universitätsklinik für Psychoanalyse und Psychotherapie übernommen.

Mit Stephan Doering fiel die Entscheidung der Berufungskommission auf einen Experten, dem besonders an der Zusammenarbeit der einzelnen Fachdisziplinen wie Medizin und Geisteswissenschaften bzw. Psychotherapie und Neurowissenschaft liegt. Doering ist Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie Psychoanalytiker. Zuletzt war er als Professor für Psychosomatik in der Zahnheilkunde an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster tätig. Er absolvierte mehrere Forschungsaufenthalte im Personality Disorders Institute der Cornell University, New York.

Gemeinsam mit seinem Team möchte Doering die Psychoanalyse als Behandlungsmethode weiterentwickeln und empirisch untermauern. Dabei wird die Wirksamkeit psychoanalytischer Verfahren für die Therapie verschiedener psychischer Störungen wissenschaftlich überprüft und störungsspezifische Modifikationen der Psychoanalyse für die Behandlung spezifischer psychischer Erkrankungen konzipiert. Darüber hinaus werden psychoanalytische Konzepte und Theorien mithilfe neurowissenschaftlicher Methoden wie zum Beispiel der funktionellen Kernspintomografie (fMRI) erforscht.

Bereits vor seinem Ruf an die MedUni Wien hatte Doering mit der Wiener Uniklinik für Psychoanalyse und Psychotherapie kooperiert: In einer internationalen klinischen Studie unter seiner Leitung konnte die Wirksamkeit der Übertragungs-Fokussierten Psychotherapie (TFP) zur Behandlung von PatientInnen mit Borderline Persönlichkeitsstörung belegt werden.

Doerings bisherige Forschungsschwerpunkte in der Psychotherapieforschung - hier insbesondere in der Diagnostik und Behandlung von Persönlichkeitsstörungen - sowie der neurobiologischen Grundlagenforschung ergänzen die bisherigen Arbeitsschwerpunkte der Klinik für Psychoanalyse und Psychotherapie der MedUni Wien. Derzeit arbeitet Doering mit seinem ForscherInnenteam u.a. an der Entwicklung eines spezifischen psychoanalytischen Behandlungsansatzes für die Narzisstische Persönlichkeitsstörung, wobei eine enge Kooperation mit dem Personality Disorders Institute der Cornell University in New York, besteht.

Ein besonderes Anliegen ist Doering die Lehre. Hier möchte er seinen Studierenden die Faszination des psychotherapeutischen Arbeitens näher bringen, Begeisterung für die Psychoanalyse wecken und engagierten Nachwuchs für sein Fach gewinnen.

Stephan Doering: „Es ist für mich eine besondere Ehre, an der traditionsreichen MedUni Wien die Psychoanalyse vertreten zu dürfen. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass Wien auch in Zukunft ein geistiges Zentrum der Psychoanalyse bleibt. Mit meinem Team möchte ich dazu beitragen, den hervorragenden Ruf der MedUni Wien in Forschung, Lehre und Krankenversorgung zu erhalten und auszubauen.“


Zur Person:
Univ. Prof. Dr. Stephan Doering, geboren 1966 in Rotterdam, hat in Göttingen, Berlin und Jerusalem Medizin studiert und 1994 an der Universität Göttingen mit magna cum laude promoviert. Seine Facharztausbildung absolvierte er an der Universität Innsbruck, wo er 2002 für die Fächer Psychotherapie, Psychosomatik und Medizinische Psychologie habilitiert wurde. Doering ist Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie Psychoanalytiker. Von 2004-2010 war er als Professor für Psychosomatik in der Zahnheilkunde an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster tätig. Er absolvierte mehrere Forschungsaufenthalte im Personality Disorders Institute der Cornell University, New York.
Doering ist Vizepräsident der Gesellschaft zur Erforschung und Therapie von Persönlichkeitsstörungen (GePs) und Sprecher der AG Persönlichkeitsstörungen im Deutschen Kollegium für Psychosomatische Medizin (DKPM). Er hat mehrere Forschungspreise erhalten und ist Herausgeber zweier Fachzeitschriften. Neben zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen hat er u.a. Bücher zu psychischen Störungen im Spielfilm herausgegeben.