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Weichteilsarkome: Behandlung gemäß österreichischer Guidelines verbessert Prognose

(Wien, 19-02-2014) Weichteiltumore sind seltene Krebserkrankungen. Studien belegen, dass die rasche Zuweisung an Spezialzentren die Prognose von PatientInnen signifikant verbessert. Ein unter maßgeblicher Beteiligung von ExpertInnen des Comprehensive Cancer Center (CCC) der MedUni Wien und des AKH Wien erstellter Handlungskatalog zeigt den State of the Art der Entscheidungskriterien auf. 2 Jahre nach seiner Veröffentlichung ziehen die Autoren nun positive Bilanz.

Pro Jahr werden in Österreich ca. 240 bis 300 Weichteilsarkome (Tumore des Binde-, Fett- und Muskelgewebes) neu diagnostiziert. Sie sind bei rechtzeitiger, adäquater Therapie immer besser behandelbar. Mit dem österreichischen Konsensuspapier „Konsensus Diagnose und Therapie von Weichteilsarkomen“ liegen Leitlinien vor, die gemäß neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse festlegen, wie PatientInnen bei denen der Verdacht auf ein Weichteilsarkom besteht, zu behandeln sind.

Die vorliegenden Guidelines wurden von Sarkom-ExpertInnen der großen österreichischen Spezialzentren, die an den drei Universitätskliniken Wien, Graz und Innsbruck angesiedelt sind, entwickelt (Thomas Brodowicz und Koautoren, Wien Klin. Wochenschr. (2012) 124:85-99 DOI 10.1007/s00508-011-0079-8, Springer Verlag 2012). Reinhard Windhager, Leiter der Universitätsklinik für Orthopädie der MedUni Wien, und Leiter CCC-Unit MST (Musculosceletal Tumors Unit) und federführender Autor der Leitlinien: „Das Ziel war es, einen Handlungsfaden zu erstellen, der auch ÄrztInnen unterstützt, die selten Weichteiltumore sehen. Damit sollte gewährleistet werden, dass die Zuweisung an ein Spezialzentrum punktgenau erfolgt.“

Jetzt, zwei Jahre nach ihrer Einführung zieht Windhager zufrieden Bilanz: „Die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen ÄrztInnen und nicht spezialisierten Krankenhäusern hat sich intensiviert und die PatientInnen werden wesentlich gezielter zu uns überwiesen. Das trägt zu Verbesserung ihre Prognose bei, weil sie von Anfang an der für sie richtigen Einrichtung behandelt werden.“

Österreichische Leitlinien
Die Behandlung von Weichteilsarkomen stellt eine interdisziplinäre Herausforderung dar, die die Kooperation von ChirurgInnen, StrahlentherapeutInnen, OnkologInnen, PathologInnen und RadiologInnen nötig macht. Windhager dazu. „Der Therapieansatz ist multimodal und erfordert entsprechende Infrastruktur und Erfahrung in der Durchführung der komplexen Therapien.

Nur so besteht die Chance das beste erreichbare Ergebnis für die PatientIn zu erzielen. Alle Betroffenen sollten daher unbedingt an einem der drei österreichischen Universitätszentren behandelt werden.“ Wesentliche Punkte der Guidelines sind u.a. ein Leitfaden für die korrekte Abklärung verdächtiger Läsionen, die Definition der Rolle der Pathologie bei der Planung der diagnostischen Biopsie, Empfehlungen für die chirurgische Vorgangsweise und die Kriterien nach denen über den Einsatz von adjuvanter und neoadjuvanter Strahlentherapie, Radiochemotherapie und Chemotherapie entschieden wird.

Für das österreichische Konsensuspapier wurden die Leitlinien der European Society of Medical Oncology (ESMO) und des National Comprehensive Cancer Network (NCCN) an die österreichischen Gegebenheiten - wie dem klinischen Alltag, der Einrichtungen und der lokalen Erfordernisse - angepasst.

Service: Konsensus Diagnose und Therapie von Weichteilsarkomen
Thomas Brodowicz, Gabriele Amann, Andreas Leithner, Arpad Sztankay, Franz Kainberger, Wolfgang Eisterer, Bernadette Liegl-Atzwanger, Franz Rachbauer, Thomas Rath, Michael Bergmann, Philipp T. Funovics, Ferdinand Ploner, Reinhard Windhager. Wien Klin Wochenschr (2012) 124:85-99 DOI 10.1007/s00508-011-0079-8, Springer Verlag 2012