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Welt-Herztag: MedUni Wien setzt auf schonende Eingriffe

(Wien, 29-09-2011) – Operationen am offenen Herzen sind nach wie vor generell Standard, doch schonende Eingriffe durch die Leiste werden immer häufiger – auch an der Medizinischen Universität Wien. Seit etwa sechs Jahren wird an der MedUni die katheterbasierte Operationsmethodik bei Herzklappenproblemen eingesetzt, die klinische Abteilung für Kardiologie am AKH Wien unter Leitung von Gerald Maurer ist auch federführend an vielen Studien zur weiteren Verbesserung der Methoden beteiligt – und ein neues, Disziplinen übergreifendes Herzforschungszentrum soll die Top-Position der MedUni in Sachen Herz- und Gefäßmedizin weiter unterstreichen.

„Die Gefahr an einer hochgradigen Verengung der Aortenklappe zu sterben, ist genauso groß wie bei fortgeschrittenem Krebs“, sagt Maurer. Durch die schonenden Eingriffe werden die Beschwerden deutlich gemindert und verschwinden oft sogar gänzlich. Weiterer Vorteil: Die PatientInnen müssen nur wenige Tage anstatt – wie bei der Operation am offenen Herzen – zwei bis drei Wochen in stationärer Behandlung bleiben.

Der gängigste der schonenden Eingriffe ist der Ersatz der Aortenklappe durch einen Kathetereingriff. Die Klappe wird mittels Katheter von der Leistenarterie aus  eingesetzt. In Fällen wo die  Beckengefäße dazu nicht geeignet sind, kann dies minimalinvasiv durch Punktion der Brustwand über die Herzspitze geschehen. Beide Formen des Eingriffs werden interdisziplinär im Rahmen einer Kooperation zwischen Kardiologie und Herzchirurgie durchgeführt. Maurer: „Insgesamt haben wir pro Jahr etwa 50 Patienten, bei denen wir diese Methoden anwenden. Maurer: „Die Klappe hat sich in den letzten Jahren stark verbessert, ebenso der Katheter, der früher  steifer und viel schwieriger zu bewegen war als heutzutage.“

Mitralclip – Eingriff mit sehr geringem Risiko
Die zweite schonende Methode ist der Einsatz eines Mitralclips bei einer Herzklappen-Reparatur. Die Mitralklappe des Herzens verhindert, dass das Blut in den linken Vorhof zurückfließt. Mitralklappen-Insuffizienzpatienten leiden an einer Mangelleistung dieser Klappe. Atemnot, rasche Erschöpfung und Herzrhythmusstörungen zählen zu den Folgen. Ein Eingriff ist in schweren Fällen unumgänglich. Dabei wird eine wenige Millimeter kleine Klammer invasiv eingesetzt. Sie verschließt die undichte Mitralklappe. Maurer: „Dieser Eingriff ist mit sehr, sehr geringem Risiko verbunden. Wenn die Klammer nicht zu hundert Prozent den erwünschten Effekt erzielt, kann man den Eingriff sofort wieder rückgängig machen und der Patient kann konventionell operiert werden.“ Die Methode ist an der MedUni Wien noch relativ neu und wurde erst in etwas mehr als 20 Fällen eingesetzt.

„Ob diese Klappeneingriffe lebensverlängernd sind wird noch geprüft, erste Ergebnisse sind aber vielversprechend. Zweifellos bessert sich aber in den meisten Fällen die Lebensqualität“, sagt Maurer. „Die Leistungsfähigkeit steigert sich wieder, die Atemnot verschwindet.“

Neues Herzforschungszentrum an der MedUni
Die MedUni Wien ist bei Herzklappen-Erkrankungen weltweit führend. Viele Studienergebnisse sind in die Guidelines der europäischen und amerikanischen Herzforschungsgesellschaften eingeflossen. Maurer: „Der nächste Schritt wird sein, etwas präventives zu finden. Es gibt viel versprechende Ansätze.“ Maurer weiter: „Und im die Top-Position der MedUni in der Herzforschung weiter auszubauen, ist ein neues Herzforschungszentrum in Planung.“