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Wiener Forscher decken diskrete Begegnungen von Eiweißstoffen auf

(Wien, 15-06-2012) - Treffen Eiweißstoffe in den Zellen nur kurz aufeinander, etwa um eine Botschaft weiterzugeben, kann man den direkten Kontakt oft nicht nachweisen. Die Arbeitsgruppen von Gustav Ammerer (Universität Wien) und Egon Ogris (Medizinische Universität Wien) an den Max F. Perutz Laboratories (MFPL) in Wien haben eine neue Methode entwickelt, um auch diese flüchtigen Begegnungen beobachten zu können. Ihre Arbeit wurde in der aktuellen Ausgabe von "Nature Methods" veröffentlicht.

Für den Nachweis mussten die Wissenschafter den beiden der Kontaktaufnahme verdächtigten Eiweißstoffen etwas anhängen. Einer bekam ein Enzym, der andere das natürliche Ziel dieses Enzyms. Treffen die beiden Eiweißstoffe auch nur kurz zusammen, kommt das Enzym so nahe an sein Ziel heran, dass es ihm eine sogenannte Methylgruppe umhängen kann, die es nicht mehr los wird. Ist das Ziel mit einer Methylgruppe markiert, gilt die Begegnung als nachgewiesen.

Wahrscheinlich reicht dafür ein Kontakt im Sekundenbereich aus, erklärte Gustav Ammerer im Gespräch mit der APA. Mit dieser Methode, die sie M-Track tauften, konnten die Forscher Wechselwirkungen von Eiweißstoffen in lebenden Zellen nachweisen, die man bisher zwar aufgrund indirekter Versuche für wahrscheinlich hielt, aber nicht direkt belegen konnte. Die Fähigkeit erstmals solch kurzlebige Interaktionen in der Zelle verfolgen zu können, eröffnet neue aufregende Möglichkeiten für die Erforschung von Signalwegen in der Zelle, meint der korrespondierende Autor Egon Ogris, dessen Arbeitsgruppe mit Hilfe dieser Methode eine Enzymfamilie studiert, die ursächlich an der Entstehung von Alzheimer beteiligt ist.

Quelle: APA, fwi/cm/ww