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Wilhelm-Türk-Preis an Irina Sadovnik und Harald Herrmann

(Wien, 14-12-2015) Irina Sadovnik und Harald Herrmann wurden von der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie mit dem Wilhelm-Türk-Preis ausgezeichnet. Anlass dafür war ihre im Journal „Blood“ erschienene Arbeit auf dem Gebiet der Leukämie-Stammzell-Forschung „Dipeptidylpeptidase IV (CD26) Defines Leukemic Stem Cells (LSC) in Chronic Myeloid Leukemia“.

Der Wilhelm Türk Preis wurde zur Erinnerung an den österreichischen Hämatologen Wilhelm Türk (1871–1916) geschaffen und ist der renommierteste Hämatologie-Preis in Österreich. Der Preis wird einmal im Jahr von der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie vergeben und würdigt herausragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der klinischen Hämatologie.

Die Studie
Die chronisch myeloische Leukämie (CML) ist eine Stammzell-Neoplasie, die durch das Onkogen BCR/ABL1 charakterisiert ist. Obwohl verschiedene Mechanismen der BCR/ABL1-induzierten Transformation gut definiert sind, ist wenig über Effektormoleküle bekannt, welche zur malignen Expansion und extramedullären Verteilung leukämischer Stammzellen in der CML beitragen. Sadovnik und Herrmann konnten das Oberflächenenzym Dipeptidylpeptidase-IV (DPPIV=CD26) als neuen CML-spezifischen Stammzellmarker und therapeutischen Angriffspunkt identifizieren.

Zu den Personen
Irina Sadovnik wuchs in Klagenfurt auf und studierte Genetik und Mikrobiologie an der Universität Wien, wo sie ihre Diplomarbeit am Institut für Pflanzen- und Entwicklungsgenetik (Max F. Perutz Laboratories, Wien) schrieb. Im Jahr 2009 begann sie das Doktoratsprogramm für Angewandte Medizinische Wissenschaften an der Medizinischen Universität Wien. Seit 2010 arbeitet sie an der Erforschung, Phänotypisierung und Eradikation von leukämischen Stamm- und Progenitorzellen im Labor von Peter Valent an der Abteilung für Hämatologie und Hämostaseologie an der Universitätsklinik für Innere Medizin I. Irina Sadovnik gewann 2013 den Young Investigator Award der OeGHO und 2014 den Best Abstract Award bei der John Goldman Konferenz der European School of Hematology.


Harald Herrmann
studierte Humanmedizin an der Medizinischen Universität Wien. Während seines Studiums arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungslabor von Peter Valent und wechselte danach als Key Researcher zum Ludwig Boltzmann Cluster Oncology, wo er mit seinem PhD-Projekt im Bereich leukämischer Stammzellen begann. Im Rahmen dieses Projektes befasst er sich mit der Identifizierung von Oberflächenmarkern und Angriffspunkten von Stammzellen der chronisch myeloischen Leukämie und der akuten myeloischen Leukämie. Im Zuge seiner Forschungsarbeit absolvierte er einen Aufenthalt am London Research Institute im Haematopoietic Stem Cell Laboratory von Dominique Bonnet. 2012 begann Harald Herrmann seine klinische Ausbildung an der Universitätsklinik für Strahlentherapie, ist aber nach wie vor wissenschaftlich im Labor von Peter Valent tätig.