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Zusammenhang zwischen Zika-Virus und Dengue-Viren nachgewiesen

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Gelbfieber-Mücke

(Wien, 23-06-2016) Eine Kooperation von WissenschafterInnen des Departments für Virologie der Medizinischen Universität Wien mit dem Pasteur Institut in Paris sowie dem Imperial College in London hat zur Entdeckung von bisher nicht vermuteten Zusammenhängen zwischen dem Zika-Virus und Dengue-Viren geführt. Diese Arbeit wurde am jetzt im Top-Magazin "Nature" veröffentlicht.

Das früher in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannte Zika-Virus hat seit 2013 völlig unerwartet auf Inseln des Pazifischen Ozeans und in weiterer Folge in Südamerika und Mittelamerika explosive Epidemien verursacht. Aufgrund des Zusammenhangs von Zika-Virus-Infektionen in der Schwangerschaft und fötalen Missbildungen (in erster Linie Mikrozephalien) sowie anderen neurologischen Komplikationen hat die Weltgesundheitsorganisation WHO die rasche Ausbreitung des Zika-Virus als Gesundheitsnotstand von internationaler Tragweite eingestuft.

"Die derzeitigen Verbreitungsgebiete des Zika-Virus überlappen stark mit jenen der nahe verwandten Dengue-Viren, und in beiden Fällen erfolgt die Übertragung von Mensch zu Mensch durch Stechmücken der Art Aedes aegypti, obwohl bei Zika auch sexuelle Übertragungen beobachtet werden", erklärt Franz Xaver Heinz vom Department für Virologie der MedUni Wien. "Es gibt Hinweise, dass bestimmte, durch vorangegangene Dengue Virusinfektionen induzierte Antikörper die Zika-Virusinfektion nicht nur nicht verhindern, sondern sogar verstärken können und dadurch zu den schweren Erkrankungsbildern nach Infektion in der Schwangerschaft beitragen."

In der vorliegenden Arbeit wurde nun eine bisher unbekannte Antigen-Verwandtschaft zwischen Dengue- und Zika-Viren entdeckt. Durch kristallographische Strukturanalysen konnten Bindungsstellen für Antikörper identifiziert werden, die beide Viren sehr wirkungsvoll neutralisieren und sich von den Bindungsstellen infektionsverstärkender Antikörper unterscheiden. Heinz: "Dies eröffnet eine unerwartete Perspektive für die Anwendung neuer Technologien zur Entwicklung eines universellen Zika-Dengue Impfstoffes."

Laut WHO bedrohen die Dengue-Viren derzeit rund 40 Prozent der Welt-Bevölkerung. Pro Jahr gibt es rund 390 Millionen Infektionen, davon sind etwa 96 Millionen so schwer, dass eine ärztliche Behandlung notwendig wird. Das Zika-Virus hat sich bereits auf mehr als 60 Staaten und Regionen ausgebreitet.


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