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Aufklärung zum Nutzen-Risiko-Verhältnis von Arzneimitteln ist essenziell

Umfrage zeigt hohen Einfluss verständlicher Arzneimittelinformation.
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Medikamente

(Wien, 18-08-2016) Für 83 Prozent der österreichischen Bevölkerung sind Arzneimittel- Nebenwirkungen ein sehr wichtiges oder wichtiges Thema, so eine repräsentative Umfrage des Gallup-Instituts, die heute veröffentlicht wurde. Generell wird die Bedeutung von Nebenwirkungen mit zunehmendem Alter und Bildungsniveau höher eingeschätzt, ergab die Befragung von 500 Personen ab 18 Jahren. Die Hälfte der Befragten gab an, in Zusammenhang mit der letzten Verschreibung von Arzneimitteln nicht mit Arzt oder Apotheker über Nebenwirkungen gesprochen zu haben. Wenn aber darüber gesprochen wurde, so war die gebotene Information für fast alle (94%) auch verständlich. 

Nutzen und Risiken für alle Beteiligten von Bedeutung
Die überwiegende Mehrheit der Befragten (84%) hat bei der letzten Verordnung eines Arzneimittels die Packungsbeilage gelesen. Frauen eher als Männer und ältere eher als jüngere Befragte. Rund ein Drittel konsultierte neben Arzt, Apotheker und Packungsbeilage zusätzliche Informationsquellen und hier fast ausschließlich das Internet, nur teilweise auch Familie oder Freunde. Die Ergebnisse zeigen damit, dass die gezielte Aufklärung zu Nutzen und Risiko von Arzneimitteln äußerst wichtig ist.

Angst vor Nebenwirkungen verhindert vielfach Medikamenteneinnahme

Ein sehr hoher Anteil von mehr als 40% der Befragten gab allerdings an, ein verordnetes Arzneimittel schon einmal aus Angst vor Nebenwirkungen nicht eingenommen zu haben, Frauen (49%) sind hier signifikant vorsichtiger als Männer (35%). Ebenso weisen über 50-Jährige eine kritischere Einstellung auf als Jüngere. Knapp ein Viertel der Befragten hat zudem schon einmal die Einnahme eines Arzneimittels aufgrund eines kritischen Medienberichts beendet.

Markus Zeitlinger, Internist und klinischer Pharmakologe an der MedUni Wien, klärt auf: „Jedes Arzneimittel wird während seiner Entwicklung entsprechend gesetzlich genau geregelter Richtlinien geprüft. Bevor das Medikament auf den Markt kommt, evaluieren Behörden die Wirkung eines Medikaments und erteilen, wenn der Nutzen der Arznei das Risiko überwiegt, die Zulassung. Für einen Patienten kann es sehr schwierig sein, sich in der Fülle der im Beipacktext angeführten potentiellen Nebenwirkungen zurecht zu finden. Deshalb sollte die Entscheidung für eine bestimmte Therapie nach entsprechender Aufklärung über Wirkung und die wichtigsten Nebenwirkungen gemeinsam von Arzt und Patienten getroffen werden.“

Worüber sollte man den Arzt oder die Ärztin als Patient informieren?

-    Aktuelle Gesundheitsbeschwerden und Krankheitsgeschichte inkl. Operationen
-    Therapien und Medikamente, die man momentan nutzt sowie Impfstatus (Impfpass)
-    Weitere behandelnde Ärzte
-    Vorerkrankungen in der Familie
-    Medikamenten- oder Lebensmittelallergien und -unverträglichkeiten (Penicillin, Laktose …)
-    Arbeits- und Lebensgewohnheiten inkl. Schichtdienst, Ernährung, Sport; Risikofaktoren wie Alkohol und Nikotin
-    Weitere Angaben z.B. Angst vor Spritzen

Was sollte man von Arzt oder Ärztin erfragen?
-    Was ist meine Erkrankung?
-    Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
-    Wie kann die jeweilige Behandlung mir helfen und welche Risiken sind damit verbunden?
-    Warum wird mir dieses Medikament verschrieben?
-    Wie kann mir das Medikament helfen?
-    Wie muss ich das Medikament einnehmen?
-    Welche Nebenwirkungen können auftreten?
-    Was kann passieren, wenn ich die Therapie nicht beginne oder frühzeitig abbreche?
-    Können Sie mir weitere Informationsquellen oder Patientengruppen empfehlen?

Über die Umfrage
Ziel der im April 2016 von Gallup im Auftrag von Bayer Austria an 500 Personen durchgeführten Online-Umfrage war, Wissen über die Bewertung und das Verhalten von Patienten hinsichtlich Nutzen und Risiken von Arzneimitteln zu schaffen. Teilgenommen haben repräsentativ ausgewählte, web-aktive Personen über 18 Jahren.