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Brustkrebs: MRT gibt hundertprozentige Sicherheit bei Früherkennung

Österreich beim Zugang zur Magnetresonanztomographie weltweit führend
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Bild: Fotolia

(Wien, 18-08-2016) ForscherInnen der MedUni Wien von der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin konnten in einer Meta-Analyse von über 2.300 Patientinnen aus 14 internationalen Studien weltweit erstmalig nachweisen, dass die Magnetresonanztomographie (MRT) als Zusatzverfahren bei unklaren Befunden in der Früherkennung von Brustkrebs einen solchen hundertprozentig ausschließen kann. „Wenn mittels MRT-Abklärung kein Tumor entdeckt wird, ist ein weiteres Risiko quasi ausgeschlossen. Dann können diese Frauen wieder ganz beruhigt schlafen, das nimmt ihre Angst“, erklären die Molekularbiologin und Radiologin Barbara Bennani-Baiti und der Radiologe Pascal Baltzer.  

Vorangegangene internationale Analysen der MRT hatten auf eine maximal 90-prozentige Sicherheit schließen lassen – damit wäre einer von 10 Tumoren übersehen worden. Die beiden MedUni Wien-ForscherInnen konnten nun mittels Ihrer aktuelleren Analyse und neuen, spezifischeren Evaluierungskriterien zeigen, dass die MRT die beste und absolut sicherste Methode zum Ausschluss von Brustkrebs ist und man somit den Betroffenen weitgehend die schmerzhafte Entnahme von Gewebeproben (Biopsien) ersparen kann.  Gleichzeitig konnten die RadiologInnen zeigen, dass bei der MRT nur etwa elf von 100 Untersuchungen einen falsch-positiven Tumorbefund ergeben, der somit invasiv abgeklärt werden muss. Dieser Wert liegt deutlich unter dem bislang vermuteten Wert und ist konventionellen Methoden wie Mammographie, Tomosynthese und Ultraschall gleichwertig bzw. sogar überlegen.

Die Magnetresonanztomographie wird international im Rahmen von Brustkrebsscreening-Programmen zur Früherkennung von Brustkrebs bei Hochrisiko-PatientInnen – bei denen zum Beispiel ein familiär gehäufter Brustkrebs vorliegt – kostenlos eingesetzt. In Österreich können jedoch auch reguläre Patientinnen bei denen der Befund aus Mammographie und Brust-Ultraschall nicht eindeutig war, mittels MRT der Brust untersucht werden. „Damit sind wir in Österreich auch international gesehen ein Vorreiter – gemeinsam mit Italien“, sagt Bennani-Baiti. In den USA wird die MRT der Brust nur sehr zurückhaltend angeboten und kostet die Patientin pro Untersuchung rund 3.000 US-Dollar (rund 2.700 EUR). Ähnliches gilt aufgrund der bislang unklaren Datenlage u.a. auch für Deutschland und England.

Für Nichtrisiko-PatientInnen in Österreich ist die Mammographie bzw. der Ultraschall die derzeit gängige Methode zur Früherkennung. Erst wenn ein unklarer Befund vorliegt, wird das MRT – kostenfrei – eingesetzt. Die Ergebnisse der aktuellen Studie, die nun in „PLOS ONE“ veröffentlicht wurden, legen allerdings den Wunsch nahe, dass irgendwann einmal für alle Frauen ab 40 Jahren (wie im Brustkrebsscreening festgelegt) eine MRT möglich gemacht wird, betonen die MedUni Wien-ForscherInnen. Und, dass dann auch andere Länder aufgrund der nun vorliegenden Evidenz den vermehrten Einsatz ermöglichen.

An der MedUni Wien wurde ein Online-Tool zur Früherkennung eines Brustkrebs-Risikos entwickelt. Hier geht’s zum Link: http://www.brustgenberatung.at.

Service: PLOS ONE
„Diagnostic Performance of Breast Magnetic Resonance Imaging in Non-Calcified Equivocal Breast Findings: Results from a Systematic Review and Meta-Analysis.“ B. Bennani-Baiti, N. Bennani-Baiti, P.A. Baltzer. August 2, 2016. http://dx.doi.org/10.1371/journal.pone.0160346.

Fünf Forschungscluster an der MedUni Wien
Insgesamt sind fünf Forschungscluster der MedUni Wien etabliert. Dort werden in der Grundlagen- wie in der klinischen Forschung vermehrt Schwerpunkte an der MedUni Wien gesetzt. Die Forschungscluster umfassen medizinische Bildgebung, Krebsforschung/Onkologie, kardiovaskuläre Medizin, medizinische Neurowissenschaften und Immunologie. Das vorliegende Paper fällt in den Themenbereich des Clusters für medizinische Bildgebung.