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Kutanes Lymphom: MedUni Wien forscht nach Prognosemarkern und untersucht Therapieoptionen dieser seltenen Erkrankung

16. Hautkrebs-Weltkongress ab Mittwoch in der Wiener Hofburg
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Bild: Fotolia

(Wien, 30-08-2016) Primär kutane Lymphome, Neubildungen des lymphatischen Systems, entstehen in der Haut und haben ihren Ursprung entweder in T-Lymphozyten (T-Zell-Lymphome, Häufigkeit 75 %) oder in B-Zell-Lymphozyten (B-Zell-Lymphome, 25 %). Lymphozyten sind Zellen des Blutsystems. Es handelt sich hierbei um eine seltene Erkrankung, mit letztendlich unbekannter Ursache. Jährlich gibt es 6-8 Neuerkrankungen pro eine Million Menschen. An der MedUni Wien laufen gleich mehrere Studien, die sich dieser Erkrankung annehmen und einerseits das Ziel haben, Prognosemarker für den Erkrankungsverlauf zu entdecken, aber auch generell darauf abzielen, die Lebensqualität und Überlebensrate der Betroffenen zu verbessern.

„In einem frühen Stadium der Erkrankung ist die Prognose exzellent und die normale Lebenserwartung kaum beeinflusst“, sagt Constanze Jonak von der Universitätsklinik für Dermatologie der MedUni Wien. „Aber in einem fortgeschrittenen Stadium sinkt die Fünf-Jahres-Überlebensrate auf null bis39 Prozent und die Erkrankung endet tödlich.“ Das kutane Lymphom äußert sich stets mit quälendem Juckreiz und Ausschlägen, in fortgeschrittenen Stadien entstehen auch Hauttumore oder eine Erythrodermie (Ganzkörperrötung). Die Hautsymptome dieser Erkrankung können entstellend sein. Die vorhandenen Therapien sind eingeschränkt und wirken auch nur kurzfristig.

In einer aktuellen Studie konnten die ForscherInnen der MedUni Wien bekannte Prognosemarker für die Erkrankung  bestätigen, und die Teilnahme an der bisher größten internationalen Studie für die Erforschung eines Prognoseindex für kutane Lymphome läuft ebenfalls.

Außerdem konnte mit dem Antikörper Rituximab (ein anti-CD20-Antikörper), der sich gegen Oberflächenmarker an B-Zellen richtet und den Untergang der Lymphomzellen bewirkt, die bisher längsten Nachsorgezeiträume von PatienInnen mit kutanen B-Zell Lymphomen dokumentiert werden. Jonak: „Der Großteil der Patienten zeigte einen sehr guten Therapieerfolg. Rezidive waren durchaus häufig, aber dennoch sprachen die Patienten wieder auf die Therapie an.“

In einem weiteren, derzeit laufenden Projekt an der Universitätsklinik für Dermatologie der MedUni Wien werden die Lebensqualität und erstmals auch  „Krankheitswahrnehmung“ und „Krankheitserfahrung“ bei kutanen Lymphomen , das ganz persönliche Erleben und der Umgang mit dieser dieser Erkrankung, abgefragt und analysiert.  
Fünf Forschungscluster an der MedUni Wien
Insgesamt sind fünf Forschungscluster der MedUni Wien etabliert. Dort werden in der Grundlagen- wie in der klinischen Forschung vermehrt Schwerpunkte an der MedUni Wien gesetzt. Die Forschungscluster umfassen medizinische Bildgebung, Krebsforschung/Onkologie, kardiovaskuläre Medizin, medizinische Neurowissenschaften und Immunologie. Das vorliegende Paper fällt in die Themenbereiche der Cluster für Immunologie und Krebsforschung/Onkologie.

Termin: 16th World Congress on Cancers of the Skin
Von 31. August 2016 bis 3. September 2016 findet der 16th World Congress on Cancers of the Skin in den Räumlichkeiten der Hofburg am Heldenplatz in Wien statt. Gleichzeitig geht auch der 12. Kongress der Europäischen Vereinigung der Dermatoonkologie (EADO) in Szene. Als lokale Organisationsleiter fungieren Christoph Höller von der Universitätsklinik für Dermatologie der MedUni Wien und Hubert Pehamberger, ärztlicher Leiter im Rudolfinerhaus und langjähriger Leiter der Universitätsklinik für Dermatologie der MedUni Wien.