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Neue Technik für Kreuzband-OPs am Orthopädischen Spital Speising

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((APA) Wien, 16-12-2016) Chirurgen am Orthopädischen Spital Speising in Wien haben eine neue Methode für Operationen nach Rissen des vorderen Kreuzbands entwickelt. Dabei wird als Ersatz eine vom Oberschenkel bis zum Schienbein reichende Sehne verwendet, die - und das ist neu - am Schienbein gleich dran und damit durchblutet bleibt und nur am anderen "Ende" fixiert werden muss.

Derzeit ist es so, dass ein Kreuzbandersatz in Form eines Teils der Patellarsehne oder einer Oberschenkelsehne dem Körper entnommen und dann wieder eingenäht wird. Das bedeutet, dass die Durchblutung unterbrochen wird. "Bis die Sehne zu einem Band mit entsprechender Festigkeit wird, dauert es ein bis drei Jahre", erläuterte Michael Enenkel, Leiter des Spezialteams Knie-rekonstruktive Eingriffe und Sportorthopädie, bei einer Pressekonferenz in Wien.


Diese lange Zeit könnte sich durch die neue Methode verkürzen. "Wo die Durchblutung gut ist, ist die Heilung gut", sagte Patrick Weninger, Unfallchirurg im Sportteam des Spitals. Er hat die modifizierte Technik mit einer Gruppe der MedUni Wien (Abteilung für Anatomie, Projektleiterin Lena Hirtler) erstmals beschrieben. Die Heilung sollte sich durch die neue Methode beschleunigen. Um wie viel sich die Zeit verkürzen könnte, in der aus der Sehne ein Band wird, können die Chirurgen allerdings noch nicht sagen. Die Technik wird nämlich erst im ersten Quartal des kommenden Jahres an Patienten angewendet.


Christian Wurnig, Leiter der Speisinger Sportorthopädie-Abteilung, erwartet eine Minimierung des Risikos für die Patienten, da der Kreuzbandersatz nur noch an einer Stelle fixiert werden muss. "Die Fixation am Schienbein ist ja hinfällig", sagte der Fachmann. Und eine solche Fixation ist eine äußerst diffizile Sache: Der Erfolg einer Operation hängt nämlich wesentlich davon ab, dass die Bohrkanäle dafür an der anatomisch exakt richtigen Stelle gesetzt werden.


Im Orthopädischen Spital Speising werden pro Jahr 400 Kreuzbandoperationen durchgeführt. Unfallträchtig ist erfahrungsgemäß der Winter. "Skisaison ist Kniesaison", meinte Wurnig. Laut Zahlen des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) mussten 2015 fast 26.000 Skifahrer und Snowboarder verletzungsbedingt in Krankenhäusern behandelt werden. Ein Drittel der Blessuren betraf das Knie.

(APA/km/wh)

Service: Indian Journal of Orthopaedics
The inferior medial genicular artery and its vascularization of the pes anserinus superficialis: A cadaveric study
Lena Hirtler, Manuel Ederer, Mike Faber, Patrick Weninger