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Preise der Sanofi-aventis Stiftung an ForscherInnen der MedUni Wien

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Bild: Günter Freund/Sanofi
v.l.n.r.: Sabine Radl (Geschäftsführerin Sanofi Österreich), die Wiener Preisträger Michael Schwameis, Elisabeth Maritschnegg, Florian Zwolanek und Vizerektorin Michaela Fritz

(Wien, 4. November 2016) Im Rahmen eines Festaktes wurden gestern an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg die diesjährigen Preise der „Sanofi Stiftung“ zur Förderung der medizinischen Forschung in Österreich an insgesamt 13 ForscherInnen verliehen. Drei der Auszeichnungen gingen an ForscherInnen der MedUni Wien: Florian Zwolanek, Michael Schwameis und Elisabeth Maritschnegg.

Die Auszeichnung wird jedes Jahr an junge WissenschafterInnen der medizinischen Universitäten Wien, Graz, Salzburg und Innsbruck vergeben. Für die Prämierung von hervorragenden Forschungsarbeiten erhalten diese Universitäten jährlich einen namhaften Beitrag.

Florian Zwolanek – „Inhibition of CBLB protects from lethal Candida albicans sepsis“
Der human-pathogene Pilz Candida albicans stellt die vierthäufigste mikrobielle Infektionsursache in Intensivstationen dar, und Infektionen mit diesem Pilz weisen Mortaliätsraten von über 40 Prozent auf. Diese Arbeit identifiziert die E3-Ubiquitin-Ligase Cbl-b als einen neuen Regulator der C-Type Lectin Rezeptoren und deren intrazellulären Signalwege während mikrobieller Infektionen, und beweist somit zum ersten Mal, dass Ubiquitin eine bedeutende Rolle in der Regulation anti-fungaler Immunantworten spielt. Diese Arbeit enthält Ergebnisse und Erkenntnisse, die einen konzeptionellen Fortschritt in unserem Verständnis für fungale Pathogenese darstellen, und liefert das Proof-of-concept, dass die zielgerichtete Interaktion mit Bestandteilen des Immunsystems eine neue Behandlungsstrategie im Kampf gegen invasive, mikrobielle Infektionen darstellt.

Elisabeth Maritschnegg – „Lavage oft he Uterine Cavity for Molecular Detection of Müllerian Duct Carcinomas: A Proof-of-Concept-Study“
Ovarial‐ und Endometriumkarzinome vom Typ II werden in den meisten Fällen erst in fortgeschrittenen Stadien diagnostiziert, was dazu führt, dass die Langzeitüberlebensrate sehr gering ist. Diese Publikation beschreibt ein völlig neues diagnostisches Konzept. Es basiert auf einer steigenden Anzahl an Berichten darüber, dass Tumore des Müller‐Epithels häufig Zellen abschilfern und das bereits im Stadium von Krebsvorstufen. In der Arbeitsgruppe Molekulare Onkologie der Universitätsklinik für Frauenheilkunde an der Medizinischen Universität Wien wurde eine Methode entwickelt, mit der abgeschilferte Tumorzellen mittels einer Spülung der Gebärmutterhöhle gewonnen und anschließend nachgewiesen werden können.
Die beschriebene Studie konnte zeigen, dass Ovarialkarzinome Zellen abschilfern und diese mittels einer Spülung der Gebärmutterhöhle gewonnen werden können. Durch das Anwenden dieses diagnostischen Konzepts war es möglich Ovarial‐, sowie Endometriumkarzinome und selbst ein klinisch okkultes Ovarialkarzinom nachzuweisen. Diese Ergebnisse zeigen das Potenzial des Konzepts als Früherkennungsmethode auf.

Michael Schwameis – „Safety, tolerability and immunogenicity of a recombinant toxic shoc syndrome toxin (rTSST)-1 variant vaccine: a randomized, double-blind, adjuvant-controlled, dose escalation first-in-man trial”
Das toxische Schocksyndrom (“Tamponkrankheit“) ist eine potentiell lebensbedrohliche Erkrankung, welche vor allem bei jungen, gesunden menstruierenden Frauen auftritt. Auslöser ist ein von dem Haut-Bakterium Staphylokokkus aureus gebildetes Gift, das „toxische Schocksyndrom Toxin (TSST)-1“. Zum ersten Mal beschrieben wurde das Krankheitsbild in frühen 1980er Jahren als stark-absorbierende Vaginaltampons auf den Markt kamen. Aufgrund der hohen Saugfähigkeit „konnten“ diese Tampons über eine längeren Zeitraum intravaginal verbleiben, und boten somit einen guten Nährboden für bakterielles Wachstum und Giftproduktion. Derzeit ist weder eine spezifische Behandlung noch eine Prophylaxe verfügbar. Michael Schwameis u.a. haben die Sicherheit, Verträglichkeit und Immunogenität eines rekombinanten Impfstoffs (rTSST-1v), welcher eine nicht-toxische Mutante des bakteriellen Gifts als Antigen enthält, bei gesunden Freiwilligen getestet. Der getestete Impfstoff ist gut verträglich und immunogen. Zukünftige Arbeiten werden die protektive Wirksamkeit der Vakzine gegenüber TSST-1-assoziierten Erkrankungen untersuchen.

Die weiteren PreisträgerInnen und ihre Arbeiten

Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg
Patricia Peking und Ulrich Koller für „A Gene Gun-mediated Nonviral RNA trans-splicing Strategy for Col7a1 Repairr“
Florian Primavesi für „First Episode of Spontaneous Pneumothorax: CT-based Scoring to Select Patients for Early Surgery”
Markus Leitinger für „Diagnostic accuracy of the Salzburg EEG criteria for non-convulsive status epilepticus: a retrospective study“

Medizinische Universität Graz
Jenela Belic, für “Whole-genome plasma sequencing reveals amplifications as a driving force in metastatic prostate cancer”.
Ehsan Bonyadi Rad, für “Notch4 Signaling Induces a Mesenchymal-Epithelial-like Transition in Melanoma Cells to Suppress Malignant Behaviors”.
Katharina Jandl, für “Activated Protaglandin D2 receptors on macrophages enhances neutrophil recruitement into the lung”.

Medizinische Universität Innsbruck
Romana Gerner für „Lipocalin 2 Protects from Inflammation and Tumoigenesis Associated with Gut Microbiota Alterations“
Victoria Klepsch, für „The Nuclear Orphan Receptor NR2F6 Is a Central Checkpoint for Cancer Immune Surveillance”.
Martin Puhr, für PIAS1 is a determinant of poor survival and acts as a positive feedback regulator of AR signain through enchanced AR stabilization in prostate cancer”

Abstracts aller Arbeiten sind im Pressecorner unter www.sanofi.at abrufbar.

Über die Sanofi Stiftung
Den Medizinischen Universitäten von Graz, Innsbruck, Wien und Salzburg wird jährlich ein namhafter Betrag zur Verfügung gestellt. Jede Medizinische Universität ermittelt ihre Preisträger für sich, die Preisverleihung erfolgt jeweils im Nachhinein für das abgelaufene Jahr. Die Preise werden von den Medizinischen Universitäten ausgeschrieben, Bewerbungen sind an diese zu richten. Die Preisträger und -innen werden von einem Kuratorium aus Professorinnen und Professoren an den Universitäten ermittelt. Sanofi ist in den Kuratorien vertreten, nimmt aber keinen Einfluss auf die Entscheidung.