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CCC Grand Round: Signalwege, die zu Leberkrebs führen

Amerikanischer Top-Wissenschafter Michael Karin spricht über neueste Erkenntnisse zum Thema
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Bild: Fotolia

(Wien, 23-09-2016) Entzündliche Prozesse in der Leber tragen massiv zur Entwicklung von Leberkrebs bei. In diesem Geschehen spielen Stress- und Entzündungssignalwege eine wesentliche Rolle. Am 28. September referiert der amerikanische Top-Wissenschafter Michael Karin zu diesem Thema im Seminarraum des CeMM, 8. Stock, Lazarettgasse 14, 1090 Wien. 

Einer der Forschungsschwerpunkte am Comprehensive Cancer Center (CCC) der MedUni Wien sind Signalwege, die zur Entstehung von Leberkrebs führen. Gleich mehrere Forschungsgruppen, die in der Grundlagenforschung aber auch in der klinischen Forschung tätig sind, beschäftigen sich mit diesem Thema. Maria Sibilia, Leiterin des Instituts für Krebsforschung und stv. Leiterin des CCC: „Unser Ziel ist es, die Mechanismen zu finden, die unter anderem zur Entstehung von Leberkrebs führen, denn nur so können wir neue Strategien für die Therapie oder die Vorbeugung finden.“

Ein wesentliches Interesse der WissenschafterInnen gilt den molekularbiologischen Prozessen, die in den Zellen ablaufen und ihre Reaktionen, z.B. Wachstum, Entzündungsgeschehen oder Therapieansprechen steuern. Dabei legen die ForscherInnen Augenmerk auf die Identifizierung neuer Biomarker, die das Ansprechen auf neue Therapien wie die Immuntherapie steuern. So konnten Forschungsergebnisse der Gruppe Sibilia zeigen, dass im Leberkrebs der EGF-Rezeptor nicht nur das Wachstum von Tumorzellen steuert, sondern auch auf Entzündungszellen (Makrophagen) hochreguliert wird und somit das Wachstum von Leberkrebs fördert. Zusammen mit ForscherInnen der Klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie der Universitätsklinik für Innere Medizin III der MedUni Wien und AKH Wien (Michael Trauner, Markus Peck und Wolfgang Sieghart) konnten EGFR-positive Makrophagen auch im Leberkrebs beim Menschen identifiziert werden. Die Anwesenheit dieser Zellen ist ein negativer prognostischer Marker für die Entwicklung der Krankheit. Somit könnte sich eine Anti-EGFR-Therapie in LeberkrebspatientInnen, bei denen solche EGFR-positiven Makrophagen nachweisbar sind, positiv auswirken.

Sibilia dazu: „Damit knüpfen wir auch an die Erkenntnisse von Michael Karin an, dem es nicht nur gelungen ist, die molekularen Verbindungen zwischen Fettleibigkeit, Entzündung und Krebs zu schaffen, sondern der auch neue Ziele für die Krebsvorbeugung und die Tumortherapie entdeckt hat. Sein Vortrag ist ein ,Must‘ für alle KrebsforscherInnen.“

Termin: CCC Grand Round am 28.9.2016
Seminarraum des CeMM, 8. Stock, Lazarettgasse 14, 1090 Wien.
Der Molekularbiologe Michael Karin, der zurzeit an der School of Medicine, University of California, San Diego, forscht und lehrt, spricht über sein Spezialgebiet, die Stress- und Entzündungssignalwege. Der Vortrag wird auf Englisch gehalten und ist DFP-akkreditiert. Beginn: 14 Uhr.