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Günther Steger erhält Roche Science Award

Onkologe der MedUni Wien für Studie ABCSG-32 zu herzverträglicher Brustkrebstherapie ausgezeichnet
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Bild: Roche

(Wien, 29-09-2016) Günther Steger, Onkologe der MedUni Wien, wurde im Rahmen des Roche Science Talks mit dem Roche Science Award ausgezeichnet. Vergeben wurde der Preis für seine Rolle als Studienleiter bei der ABCSG-32-Studie.

Die Behandlung mit Doxorubicin in Kombination mit Trastuzumab beim Her2-positivem Brustkrebs ist zwar sehr effektiv, löst aber häufig schwere Herzprobleme aus. Daher ist man auf der Suche nach neuen, effizienten aber weniger toxischen Behandlungsschemata.

Innovative Behandlungsschemata
Hier setzt die ABCSG-32-Studie an. In der neoadjuvanten, multizentrisch-österreichischen Phase-II-Studie untersuchten Steger und sein Team die kardiologische Sicherheit der Kombination von nicht-pegyliertem liposomal verkapseltem Doxorubicin (NPLD) und/oder Bevacizumab in Kombination mit der Standardtherapie Docetaxel+Trastuzumab. Zweites wichtiges Studienziel war es, die pathologisch komplette Remissionsrate (pCR), also das gänzliche Verschwinden aller Tumorzellen in der Brust und die totale pCR (pCR in Brust und axillären Lymphknoten), zu evaluieren.

Positive Ergebnisse
Die Ergebnisse sind mehr als positiv: Alle getesteten Therapieschemata erwiesen sich bei der neoadjuvanten Therapie des frühen, Her2-positiven Brustkrebs als gut durchführbar und sicher. Darüber hinaus war die Kardiotoxizität in allen vier Behandlungsarmen niedrig; die nicht das Herz betreffenden Toxizitäten waren bei den experimentellen Schemata zwar etwas stärker ausgeprägt, aber akzeptabel. Bei der Hormonrezeptor-negativen Erkrankung betrugen die pCR und die totale pCR Raten mit DHB, DHN, und DHNB 60 – 88 Prozent.
Damit konnte gezeigt werden, dass DHN und DHNB für eine künftige Phase-III Evaluierung, vor allem bei Hormonrezeptor-negativer Erkrankung gut geeignet sind.

Der Roche Science Award
Der Roche Science Award wurde heuer zum ersten Mal vergeben und zeichnet von Roche geförderte, unabhängige Forschungsprojekte aus. Er wurde am 8. September im Rahmen des Roche Science Talk vergeben. Das Ziel des Preises ist es, die Innovationskraft und den klar erkennbaren Nutzen für Patienten auszuzeichnen. Damit soll die Expertise der heimischen ForscherInnen, durch deren Engagement Österreich zu den führenden Forschungsstandorten in Europa zählt, gefördert und auch zukünftig erhalten bleiben.

Über Günther Steger
Günther Steger schloss das Studium der Medizin 1985 an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien ab. 1991 absolvierte er seine Facharztausbildung zur internen Medizin und internistischen Onkologie. Nach einem Forschungsaufenthalt an der UCLA-School of Medicine habilitierte er 1993 zum Assistenzprofessor an der Universitätsklinik für Innere Medizin I der MedUni Wien. Seit damals leitet Steger dort auch die onkologische Mamma-Ambulanz. Darüber hinaus war er der Gründer des Zytokin-Labors der Universitätsklinik für Innere Medizin I (1986), leitet er die Onkologischen Labors der Arbeitsgruppe (seit 1990) und ist Programmdirektor für „Adjuvante Therapien“ und „Prädiktive Faktoren“ der Abteilung. Steger ist neben seinem klinischen Engagement auch als Forscher sehr aktiv: er hat als nationalkoordinierender Prüfarzt, als Studienleiter und als Co-Investigator an zahlreichen Studien mitgewirkt.
Er ist Träger mehrerer Auszeichnungen und Preise sowie Mitglied diverser nationaler und internationaler Gesellschaften.