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Patrick Sulzgruber erhält Hans Bergmann Publikationspreis der Österreichischen Gesellschaft für Notfall- und Katastrophenmedizin

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(Wien, 30-10-2017) Patrick Sulzgruber von der Klinischen Abteilung für Kardiologie der MedUni Wien wurde im Rahmen des diesjährigen Kongresses der Österreichischen Gesellschaft für Notfall- und Katastrophenmedizin(16. Bis 17.Oktober) in Bad Hofgastein mit dem Hans Bergmann Publikationspreis ausgezeichnet. Es ist bereits das zweite Mal in Folge, dass Sulzgruber mit diesem renommierten Forschungspreis ausgezeichnet wurde.

Die Jury verlieh den Preis zum Anlass der wissenschaftlichen Arbeit mit dem Titel „Age-specific prognostication after out-of-hospital cardiac arrest - The ethical dilemma between 'life-sustaining treatment' and 'the right to die' in the elderly.” welche in Kooperation mit Fritz Sterz von der Universitätsklinik für Notfallmedizin entstanden ist.

Der Bevölkerungsanteil von Menschen über 65 Jahre ist die am stärksten wachsende Personengruppe in der westlichen Welt. Darum gewinnen valide Daten zur zuverlässigen und altersspezifischen Prädiktion von Mortalität sowie der Qualität des Überlebens nach Herzstillstand zunehmend an Bedeutung. Hinzu kommt das ethische Dilemma zwischen dem „Ausschöpfen aller therapeutischen Maßnahmen“ und dem „Recht zu sterben“, welches sich für die behandelnden NotfallmedizinerInnen darbietet.

Um die Entscheidungsfindung bei diesem ethischen Dilemma für behandelnde Ärzte zu erleichtern, wurden von Sulzgruber und Kollegen die Daten von insgesamt 2.223 PatientInnen mit Herzstillstand analysiert. Die PatientInnen wurden für die Auswertung in vier Gruppen eingeteilt: Patienten mittleren Alters (<65 Jahren), junge-alte Patienten (65–74 Jahre), alte Patienten (75–84 Jahre) und sehr alte Patienten (>85 Jahre). Trotz vergleichbarer Charakteristika zwischen den Patientengruppen konnte gezeigt werden, dass die Mortalitätsrate (+21,8%) sowie der Anteil an Patienten mit neurologisch ungünstigem Outcome (+18,8%) mit steigendem Alter drastisch zunahm. Während bewährte Parameter, die mit gutem Überleben assoziiert sind (unter anderem Laienreanimation, beobachteter Herzstillstand sowie kardiale Ursache des Herzstillstands), mit steigendem Patientenalter ihr prognostisches Potenzial verloren, erwies sich ein initial schockbarer EKG-Rhythmus als geeigneter und valider Parameter zur Risikoprädiktion und Entscheidungshilfe bei älteren PatientInnen. Außerdem konnte gezeigt werden, dass im Falle einer vorliegenden körperlichen Gebrechlichkeit bei älteren PatientInnen ein 30-Tages-Überleben von 5,6% sowie ein außergewöhnlich ungünstiges neurologisches Outcome (1,1% gute neurologische Resultate) gegeben war.

Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse der Studie, dass sowohl ein initial schockbarer EKG-Rhythmus (Kammerflimmern sowie pulslose ventrikuläre Tachykardie) als auch objektive Anzeichen der Gebrechlichkeit bei betagten PatientInnen mit Herzstillstand valide Instrumente zur Entscheidungsfindung für behandelnde MedizinerInnen darstellen. Durch die Anwendung dieser altersspezifischen Prädiktoren werden nicht nur Faktoren zur Entscheidungsfindung für NotfallmedizinerInnen geschaffen, es können zusätzlich auch aussichtslose Therapiemaßnahmen bei infauster Prognose vermieden werden.

Wissenschaftliches Umfeld
Patrick Sulzgruber ist derzeit an der Universitätsklinik für Innere Medizin II, Klinische Abteilung für Kardiologie, tätig und beschäftigt sich im Rahmen seiner wissenschaftlichen Aktivitäten intensiv mit den Themenbereichen der Reanimationsforschung, dem akuten Koronarsyndrom, der Herzinsuffizienz, dem Vorhofflimmern sowie auch der Immunologie. Er ist Autor zahlreicher Publikationen, welche zum Teil in Kooperation mit renommierten Universitäten wie der Harvard Medical School, der Universität Heidelberg oder der Universität Genf entstanden sind.
Zusätzlich zu seinem Studium der Humanmedizin absolviert Sulzgruber im Rahmen des MDPhD-Exzellenzprogramms ein Studium zum Doctor of Philosophy (PhD) in Vascular Biology (Betreuer: Alexander Niessner). Ebenfalls schloss er kürzlich ein Studium zum Master of Business Administration (MBA) in Health Care Management an der Wirtschaftsuniversität Wien ab.
Als Anerkennung für seine wissenschaftlichen Leistungen wurden Sulzgruber bereits zahlreiche nationale sowie internationale Auszeichnungen verliehen – unter anderem wurde er von der Medizinischen Universität Wien als „Researcher of the Month“ für Mai 2016 ausgezeichnet.