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Ana Weidenauer erhält Theodor Körner Förderpreis

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Bild: AK Wien/Christian Fischer

(Wien, 19-06-2018) Ana Weidenauer von der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der MedUni Wien/AKH Wien wurde mit dem Theodor Körner Förderpreis in der Kategorie Medizin, Naturwissenschaften und Technik ausgezeichnet. Dieser Preis zur Förderung von NachwuchsforscherInnen unterstützt eine Studie zur Untersuchung der Rolle von Dopamin bei Suchtentwicklung.

Ana Weidenauer, Assistenzärztin an der Klinischen Abteilung für Allgemeine Psychiatrie, arbeitet an der Studie „Modelling dopamine dysfunction in early addiction and psychosis: a double-tracer positron-emission tomography study of sensitization“.

Dopamin ist ein Botenstoff des Gehirns, der vor allem für Bewegung, Motivation, Belohnung sowie für die Wahrnehmung und das Denken zuständig ist. Bisher konnten mehrere Studien mittels Positronen-Emissionstomographie zeigen, dass PatientInnen, die an einer Suchterkrankung oder an Schizophrenie leiden, einen veränderten Dopamin-Stoffwechsel aufweisen. Bei PatientInnen mit einer Suchterkrankung konnte eine veränderte Anzahl von Dopamin-Rezeptoren nachgewiesen werden, während PatientInnen mit Schizophrenie durch eine gesteigerte Dopamin-Synthese, -Ausschüttung und Verhaltensantwort auf Stress oder Dopamin-ausschüttende Substanzen wie Amphetamin charakterisiert sind. Das letztere Phänomen wird Sensibilisierung genannt, stellt das Gegenteil der Toleranz dar und ist durch wiederholte Amphetamingabe im Tierversuch und bei gesunden ProbandInnen auslösbar. Bei der Schizophrenie wird ein Zustand natürlicher Sensibilisierung vermutet, da bei diesem Patientengut eine verstärkte Reaktion auch ohne vorherige Amphetamin-Exposition beobachtet werden kann. Außerdem wurde konzeptualisiert, dass die Sensibilisierung als Lernphänomen für das Anfangsstadium der Suchtentwicklung relevant ist.

Obwohl mehrfach bestätigt wurde, dass PatientInnen mit Schizophrenie eine höhere Dopamin-Synthese und –Ausschüttung zeigen, wurde die Wechselwirkung zwischen diesen bisher noch nie untersucht. Deshalb planen Ana Weidenauer und ihre KollegInnen erstmalig vor und nach wiederholter Amphetamingabe bei gesunden ProbandInnen mit dem Dopaminvorläufer-Radioliganden [18F]FDOPA die Dopaminsynthese und mit dem D2/3 Rezeptor Radioliganden [11C]-(+)-PHNO die Dopamin-Ausschüttung sowie die Veränderung von Gehirnstruktur und von Belohnungsnetzwerken mittels Magnetresonanztomographie zu untersuchen.

Die Untersuchung dieser Zusammenhänge wird das grundlegende Verständnis des Dopaminsystems, dessen Sensibilisierung und in weiterer Folge das Wissen über die Neurobiologie der Schizophrenie und der Suchtentwicklung bedeutend erweitern.

Die Theodor Körner Förderpreise
Der Theodor Körner Fonds fördert junge WissenschafterInnen und KünstlerInnen Österreichs, die hervorragende Leistungen erbringen und von denen wichtige Beiträge für ihre jeweiligen Fachdisziplinen erwartet werden können. Der Preis soll vor allem jungen, noch nicht etablierten WissenschafterInnen und KünstlerInnen zugutekommen. BewerberInnen sollen bei Antragstellung nicht älter als 40 Jahre alt sein.
Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld verbunden. Die Förderpreise sollen zur Durchführung und Fertigstellung wissenschaftlicher bzw. künstlerischer Arbeiten ermutigen. Die eingereichten Projekte beurteilt ein Beirat. Die eingereichte Arbeit darf noch nicht fertig gestellt sein. Ausschlaggebend ist ihre allgemeine wissenschaftliche/künstlerische Qualität und gesellschaftliche Relevanz. Die Arbeit muss innerhalb von zwei Jahren nach Preisübergabe abgeschlossen werden.

Zur Person
Ana Weidenauer arbeitete bereits als Studentin an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie seit 2013 wissenschaftlich in der Psychose-Forschungsgruppe unter der Leitung von Matthäus Willeit mit und schloss 2013 das Studium der Humanmedizin an der MedUni Wien ab. Anschließend begann sie mit dem PhD-Studium im Programm „Clinical Neuroscience“ an der MedUni Wien. Seit 2015 ist sie in Facharztausbildung für Psychiatrie und Psychotherapie an der Abteilung für Allgemeine Psychiatrie und arbeitet an mehreren Psychose-Forschungsprojekten.