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Krebserkrankung erhöht das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Gefäßverschlüsse

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(Wien, 25-06-2018) Eine aktuell bestehende Krebserkrankung ist bekanntermaßen ein starker Risikofaktor für das Auftreten von venösen Thrombosen. Unklar war bisher, ob Krebs auch negativen Einfluss auf das Risiko für das Auftreten von Herzinfarkten, Schlaganfällen oder Gefäßverschlüssen peripherer Arterien hat. Eine nun im Top-Journal „Haematologica“ veröffentlichte Studie an der Klinischen Abteilung für Hämatologie und Hämostaseologie der Universitätsklinik für Innere Medizin I der MedUni Wien zeigt erstmals, dass auch das Risiko für diese arteriellen Thrombosen sowie dessen Folgen bei einer Krebserkrankung ebenfalls erhöht ist. 

„Wir konnten feststellen, dass das Risiko der arteriellen Thrombose bei bösartigen Tumoren zwar deutlich unter dem venöser Thrombosen liegt, aber innerhalb unterschiedlicher Tumorarten stark variiert“, beschreibt Erstautorin Ella Grilz die neuen Erkenntnisse. „So ist zum Beispiel das Risiko für arterielle Thrombosen bei bösartigen Neubildungen der Nieren und Lungen deutlich höher als bei Mammakarzinomen“ führt sie weiter aus.

Das ist das aktuellste Ergebnis aus der seit 2003 laufenden, prospektiven CATS-Studie (Cancer and Thrombosis Study), in die mehr als 2.000 KrebspatientInnen eingeschlossen sind. Das Hauptaugenmerk der CATS-Studie unter der Leitung von Ingrid Pabinger und Cihan Ay ist die Suche nach Faktoren, die dazu beitragen, das Auftreten venöser Thromboembolien bei KrebspatientInnen vorhersagen zu können.

Risiko einer arteriellen Prognose bei 2,6 Prozent – Mortalität deutlich erhöht
Die aktuellen Ergebnisse im Detail: Innerhalb eines Zeitraums von zwei Jahren liegt die Gefahr einer arteriellen Thrombose für KrebspatientInnen durchschnittlich bei 2,6 Prozent. Das ist zwar deutlich geringer als bei venösen Thrombosen mit etwa 8 Prozent, allerdings ist das Risiko der arteriellen Thrombose bei einzelnen Tumorarten deutlich höher. So kam es zum Beispiel bei PatientInnen mit bösartigen Tumoren der Niere während des zwei Jahre dauernden Untersuchungszeitraums ebenfalls in etwa 8 Prozent der Fälle zu einer arteriellen Thrombose. Außerdem wurde nachgewiesen, dass sich die Sterberate bei PatientInnen, die während ihrer Krebserkrankung einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder peripheren arteriellen Gefäßverschluss erleiden, um das Dreifache erhöht.

Cihan Ay: „Die neuen Resultate demonstrieren, dass eine arterielle Thrombose bei PatientInnen mit maligner Erkrankung mit einer erhöhten Mortalität einhergeht. Daher benötigen die Betroffenen unsere besondere medizinische Aufmerksamkeit, um Komplikationen möglichst gering zu halten.“

In nun folgenden Untersuchungen der CATS-Studie werden potenzielle Biomarker für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Gefäßverschlüsse bei PatientInnen mit bösartiger Tumorerkrankung untersucht. Die seit 15 Jahren laufende „Vienna Cancer and Thrombosis Study“ hat bereits eine Reihe von wichtigen Erkenntnissen gebracht hat, die die klinische Risikoeinschätzung verbessern und zum besseren Verständnis pathophysiologischer Mechanismen Tumor-assoziierter Thrombose beitragen.

Service: Haematologica
„Frequency, Risk Factors, And Impact On Mortality Of Arterial Thromboembolism In Patients With Cancer“ Ella Grilz, Oliver Königsbrügge, Florian Posch, Manuela Schmidinger, Robert Pirker, Irene M. Lang, Ingrid Pabinger, Cihan Ay.
Link: http://www.haematologica.org/content/early/2018/05/18/haematol.2018.192419