Skip to main content

Wechselwirkungen zellulärer Regulationsnetzwerke bei der Tumorentstehung erstmals systematisch beschrieben

Alle News

(Wien, 15-03-2018) Ein Review des Krebsforschers Thomas Grunt von der MedUni Wien ist Cover-Story des renommierten CellPress Journals “Trends in Endocrinology and Metabolism”, einem führenden Medium für Endokrinologie und Metabolismus. Ein Grund für die Entstehung von Krebserkrankungen können Störungen der Signalübertragung, der Epigenetik und des Stoffwechsels in der Zelle sein. Diese drei Regulierungssysteme der Zelle sind seit Jahren gut beforscht, aber nie systematisch in Beziehung gesetzt worden. In seinem aktuellen Review beschreibt Thomas Grunt erstmals wie sie während der Krebsentwicklung miteinander interagieren und wie dieses Wissen für künftige Kombinationstherapien verwendet werden kann. 

Die Signalübertragung, der Metabolismus und die Epigenetik der Zelle sind regulatorische Systeme, die miteinander interagieren. Sie bilden robuste und dennoch flexible kybernetische Netzwerke, die das maligne Wachstum (Krebsentstehung) fördern und Therapieresistenzen auslösen können.

In seinem Übersichtsartikel diskutiert Thomas Grunt, Universitätsklinik für Innere Medizin I und Koordinator des Clusters „Cell Signaling and Metabolism“ des Comprehensive Cancer Center (CCC) der MedUni Wien/AKH Wien, neue Befunde, die die multiplen molekularen Wechselbeziehungen zwischen krebsspezifischer Signaltransduktion, Zellmetabolismus und Epigenetik aufklären. Im Review, der die Ergebnisse von 100 aktuellen Forschungsarbeiten diskutiert, zeigt Grunt wie die grundlegenden zellulären Regelmechanismen während der Krebsentwicklung und Krebsprogression zusammenspielen und ein umfassendes Regulationssystem bilden.
Diese neue Betrachtungsweise könnte helfen, die Entstehung maligner Erkrankungen zu verhindern und ihre Therapie zu verbessern.

Über „Trends in Endocrinology and Metabolism“
„Trends in Endocrinology and Metabolism“ (TEM) ist eines der führenden Fachjournale im Bereich Endokrinologie und Metabolismus. Die veröffentlichten Forschungsergebnisse dokumentieren die aktuellsten Entwicklungen in diesem Bereich und stammen sowohl aus der Grundlagenforschung als auch aus der translationalen sowie der klinischen Forschung. TEM erscheint monatlich und gilt in der Fachwelt als wichtige Informationsquelle.

Über Thomas Grunt
Thomas Grunt studierte Zellbiologie an der Universität Salzburg und arbeitete ab 1987 an der MedUni Wien als Krebsforscher. Nach einem Auslandsstipendium im Jahr 1992 am Vincent T. Lombardi Cancer Research Center der Georgetown University (Washington DC) übernahm er 1994 die Leitung des Labors für Zellwachstum und Differenzierung an der Klinischen Abteilung für Onkologie der Universitätsklinik für Innere Medizin I der MedUni Wien. Im Jahr 1995 habilitierte er sich auf dem Gebiet der Experimentellen Onkologie und Zellbiologie.

Thomas Grunt hatte im Jahr 2001 eine Gastprofessur an der University of British Columbia (Vancouver, Kanada) und übernahm nach seiner Rückkehr die Leitung des Signaling-Networks-Programm an der MedUni Wien. Seine Forschungsschwerpunkte sind Brustkrebs, Eierstockkrebs, Wachstumsfaktoren, Krebszellmetabolismus, Endokrinologie, neoplastische Stammzellen und zielgerichtete Therapien. Seine Arbeitsgruppe verfolgt das Ziel, molekulare Wechselwirkungen in komplexen wachstumsregulatorischen Netzwerken von Krebszellen zu verstehen, um neue Ansätze für eine verbesserte Krebsbehandlung zu entwickeln. Von 2007 bis 2015 war Thomas Grunt administrativer Leiter des Ludwig Boltzmann Cluster Oncology (LBC Onc) und bekleidet seit 2016 die Funktion des Vizedirektors des LBC Onc. Seit 2010 ist er Koordinator des Clusters „Cell Signaling and Metabolism“ des Comprehensive Cancer Center der MedUni Wien/AKH Wien.

Thomas Grunt erhielt zahlreiche Auszeichnungen, z.B. von der International Society of Differentiation (ISD), der Österreichischen Gesellschaft für Klinische Onkologie und von der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie. Er ist Mitglied der American Association of Cancer Research (AACR), der European Association of Cancer Research (EACR), der International Society of Differentiation (ISD), der International Society of Cancer Metabolism (ISCaM) und der Union for International Cancer Control (UICC). Darüber hinaus ist der Krebsforscher Autor zahlreicher Publikationen und Reviews in hochrangigen Fachjournalen.