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Thomas Berger übernimmt Professur für Neurologie an der MedUni Wien

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(Wien, 31-10-2018) Thomas Berger übernimmt mit 1. November 2018 die Professur für Neurologie an der MedUni Wien. Er war zuletzt stellvertretender Klinikdirektor an der Universitätsklinik für Neurologie der MedUni Innsbruck.

Thomas Bergers Forschungsschwerpunkt sind die Neuroimmunologie und die Multiple Sklerose (MS). Er fungierte als Principal Investigator von bisher mehr als 70 klinischen (multizentrischen) Therapiestudien bei MS und NMO (Neuromyelitis optica) und identifizierte zahlreiche immunpathogenetische Subtypen und biologische Marker. Außerdem implementierte und koordiniert er das Österreichische MS-Therapie-Register und die Österreichische Neuromyelitis-optica-Datenbank.

An der MedUni Wien will Berger seinen Forschungsschwerpunkt der vergangenen 25 Jahre, im speziellen die entsprechende Biomarkerforschung, gemeinsam mit dem neuroimmunologischen Team, aber auch in engster Kooperation mit dem Klinischen Institut für Neurologie und der Abteilung für Neuroimmunologie des Zentrums für Hirnforschung weiterentwickeln. „Dies wird dazu führen, dass die Universitätsklinik für Neurologie einen wissenschaftlichen und klinischen Fokus im Bereich der Neuroimmunologie im Allgemeinen haben wird“, erklärt Thomas Berger.

Darüber hinaus will Berger weitere Forschungsbereiche, unter anderen Schlaganfall,  demenzielle Erkrankungen, Epilepsie, Bewegungsstörungen, neuroonkologische Erkrankungen, Migräne und andere neurologische Schmerzsyndrome, Erkrankungen des peripheren Nervensystems und der Muskulatur, patientenzentriert und grundlagenorientiert auf Basis der vorhandenen wissenschaftlichen Arbeitsgruppen und des genetischen Labors an der Neurologie vertiefen und expandieren – mit dem Ziel der Entwicklung personalisierter Strategien in Diagnose, Prognose und Therapie neurologischer Erkrankungen .“Hier werden wir ebenfalls die intensive Zusammenarbeit mit den exzellenten Kliniken und Instituten des Neuroscience Clusters forcieren und prioritär das Ansinnen engster Kooperation klinischer Neurowissenschaften durch Etablierung des Comprehensive Centers for Clinical Neurosciences mittragen.“

Ausbau der neurologischen Intensivmedizin
Ein an der MedUni Wien neues Forschungsfeld wird die neurologische Intensivmedizin werden. Hierfür will Berger die entsprechende Struktur (Neurointensiv-Einheit in engstem Verbund mit der ebenfalls einzurichtenden Comprehensive Stroke Unit) schaffen und MitarbeiterInnen mit ausgewiesener klinisch-wissenschaftlicher Expertise gewinnen.

Diese beiden Schwerpunkte – Neurologische Intensivmedizin und Comprehensive Stroke Management – werden nicht nur die Erfordernisse modernster neurologischer Spitzenmedizin erfüllen, sondern auch eine formale Lücke in der studentischen und postgradualen (fachärztlichen) Ausbildung schließen, wodurch die Module „Vertieftes Schlaganfallmanagement“ und „Neurologische Notfall-, Intermediatecare- und Intensivmedizin“ in der fachärztlichen Ausbildung auch uneingeschränkt an der Universitätsklinik für Neurologie absolviert werden können.

Praxisnahe Ausbildung und Nachwuchsförderung
„In der studentischen und postgradualen Lehre habe ich den Ehrgeiz, neurologische Lehrinhalte lebendig und sinnstiftend zu vermitteln“, erklärt Berger, „klinische Neurologie ist prädestiniert, um neurowissenschaftlich-neurologische Zusammenhänge („vom Molekül zur neurologischen Erkrankung und Therapie“) praxis- und forschungsorientiert zu lehren.“ So seien viele neurologische Erkrankungen – beispielsweise Multiple Sklerose – geeignet, um Gender-spezifische Aspekte spezifisch zu lehren. „Entsprechend der expliziten wissenschaftlichen Ausrichtung der Universitätsklinik für Neurologie gilt für mich ganz besonders, die Beteiligung der Klinik an den Angeboten und Inhalten des neurowissenschaftlichen Doktoratsstudiums zu intensivieren, und damit den neurowissenschaftlichen Nachwuchs an der Klinik, aber auch beteiligten Institutionen, systematisch zu sichern.“

Um seine Ziele zu erreichen, will Thomas Berger auch weiter Kooperationen suchen und Netzwerke ausbauen und sich dabei nicht ausschließlich intrinsisch auf die ausgewiesenen Partnerkliniken und -institutionen des Neurozentrums und Neuroscience Clusters beschränken. „Ich habe den Wunsch, Kooperationen mit jenen Einrichtungen der MedUni Wien zu suchen, mit denen unsere Klinik klinische und wissenschaftliche Schnittpunkte hat bzw. im Stande wäre.“ Darüber hinaus ist es sein deklariertes Anliegen, Kollaborationen auch international verstärkt auszubilden, sodass sich die Universitätsklinik für Neurologie aufgrund ihrer klinischen, wissenschaftlichen und edukativen Expertise als unverzichtbare Partnerin in nationalen und internationalen Netzwerken einzementiert.

Zur Person
Thomas Berger studierte Medizin in Wien und arbeitete nach seinem Abschluss am Neurologischen Institut der Universität Wien in der Abteilung für Experimentelle Neuropathologie und Neuroimmunologie bei Hans Lassmann (heute Zentrum für Hirnforschung der MedUni Wien) sowie als Assistenzarzt an der Universitätsklinik für Neurologie (Klinische Abteilung für Neurologische Rehabilitation) der Universität Wien (heute MedUni Wien). Im Jahr 1995 wechselte er an die Universitätsklinik für Neurologie Innsbruck. Dort absolvierte er die Facharztausbildung für Neurologie und Psychiatrie, habilitierte sich im Fach Neurologie und absolvierte ein Masterstudium in Gesundheitsökonomie.