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Falsche OP-Protokolle: Bericht der Sonderkommission liegt vor

Verdachtsmomente erhärtet – betroffener Chirurg dienstfrei gestellt
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(Wien, 02-10-2018) In der Angelegenheit rund um die falsch ausgefüllten Operationsprotokolle im AKH Wien an der Universitätsklinik für Chirurgie der Medizinischen Universität Wien – mehrere Medien haben darüber berichtet – hat die Anfang August eingesetzte, fünfköpfige Sonderkommission der MedUni Wien am heutigen 2. Oktober 2018 ihren Bericht vorgelegt. Das zentrale Ergebnis: Die Verdachtsmomente gegen den im Fokus stehenden Chirurgen haben sich erhärtet. Die Kommission gab daher die Empfehlung ab, dienstrechtliche Schritte zu setzen. Der betroffene Arzt wurde dementsprechend sofort vom Rektorat der MedUni Wien dienstfrei gestellt, dienstrechtliche Schritte wurden eingeleitet.

Die Sonderkommission besteht unter anderem aus dem ehemaligen Leiter einer Universitätsklinik für Chirurgie in Österreich, einem ehemaligen leitenden Chirurgen und aus einem emeritierten Rektor einer medizinischen Universität in Österreich.

Zum Hintergrund: Seit Ende vergangener Woche berichten österreichische Medien über möglicherweise falsch ausgefüllte Operationsprotokolle im AKH Wien, die von einem am AKH Wien tätigen Chirurgen veranlasst worden seien. Der MedUni Wien war der Verdacht im Juli 2018 bekannt gemacht worden, woraufhin von MedUni Wien-Rektor Markus Müller eine Sonderkommission eingesetzt worden ist. Der Bericht liegt nun vor und erhärtet die Verdachtsmomente gegen den Arzt.

Im Beobachtungszeitraum steht bei dem betroffenen Chirurgen bei der weitaus überwiegenden Mehrzahl der untersuchten Operationen fest, dass er nicht Operateur war, obwohl er in den OP-Protokollen als Operateur eingetragen war. Diese Missstände bestünden, so die Kommission, seit zumindest dem Jahr 2014. Es bestehen deutliche Hinweise darauf, dass der betroffene Arzt von diesem Muster nicht nur wusste, sondern dass er die falschen Eingaben sogar anordnete.

Stichproben an derselben Klinik ergaben, dass es die falschen OP-Einträge immer nur bei einer Person gegeben hat – bei dem im Fokus stehenden Chirurgen. Es handelt sich demnach um kein generelles Problem der Dokumentation an der betroffenen Universitätsklinik.