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Simon Hametner mit dem Nachwuchspreis der Sobek-Stiftung ausgezeichnet

Neuropathologe der MedUni Wien erhält Preis für Studie zur Multiplen Sklerose
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Bild: AMSEL/Martin Stollberg
Preisträger und Laudatoren v.l.n.r.: Ulrich Steinbach, Burkhard Becher, Sarah-Christin Staroßom, Simon Hametner und Klaus V. Toyka

(Stuttgart/Wien, 3. Dezember 2019) Simon Hametner, Arzt in Facharztausbildung für Neuropathologie am Klinischen Institut für Neurologie der MedUni Wien, wurde von der Roman, Marga und Mareille Sobek-Stiftung in Baden-Württemberg für einen innovativen Forschungsansatz zur Pathogenese der Multiplen Sklerose (MS) mit dem Nachwuchspreis ausgezeichnet.

Die diesjährige Preisverleihung der Roman, Marga und Mareille Sobek-Stiftung fand am 29. November in den Räumen der Musikhochschule Stuttgart statt.

Die Rolle von Eisen im immunpathologischen Prozess bei MS
Simon Hametner erforschte die Frage, welche Bedeutung Eisenablagerungen im Hirngewebe haben, und dies vor allem in den chronischen MS-Läsionen.

In einem ersten Schritt lieferte der Neuropathologe eine umfassende Darstellung der durch Eisenablagerung bedingten Veränderung in den unterschiedlichen Erkrankungsstadien der MS, was für das Verständnis der Pathophysiologie der Entmarkung und Neurodegeneration essenzielle Bedeutung hat. Simon Hametner verglich die im MRT sichtbaren Veränderungen eines großen Kollektivs von MS-PatientInnen mit den Ergebnissen von neuropathologischen Post-mortem-Untersuchungen. Er fand heraus, dass Läsionen, die im MRT einen Eisenring aufweisen, MS-spezifische chronisch aktive Herde sind. Am Läsionsrand sind Eisen-beladene Mikrogliazellen mit pro-inflammatorischer Aktivierung sichtbar. Alles deutet darauf hin, dass die Demyelinisierung bei MS Eisen freisetzt, das wiederum von anderen Hirnzellen aufgenommen wird, die einen Zellabbau durch oxidativen Stress verursachen. Die Anwesenheit von Eisen scheint die Progression der Neurodegeneration zu befördern.
Diese Studien werden kontinuierlich in Kooperation mit der Universitätsklinik für Neurologie (Thomas Berger, Assunta Dal-Bianco) und dem Exzellenzzentrum für Hochfeld-MRT (Siegfried Trattnig, Günther Grabner) der Medizinischen Universität Wien weitergeführt.


Zweite Preisträgerin des Nachwuchspreises war Christin Staroßom vom Institut für medizinische Immunologie Berlin. Hauptpreisträger in diesem Jahr war Burkhard Becher von der Universität Zürich. Er erhielt die mit 100.000 Euro dotierte und damit europaweit höchste Auszeichnung für herausragende Beiträge zur Grundlagenforschung im Bereich der Multiplen Sklerose (MS).

Zur Person
Simon Hametner studierte Medizin an der MedUni Wien und absolvierte daraufhin das N094-PhD-Studium „Neuroscience“ am Zentrum für Hirnforschung bei Hans Lassmann. Nach einem zweijährigen Post-Doc am Zentrum für Hirnforschung absolvierte er einen Teil der Facharztausbildung für Neuropathologie an der Universitätsmedizin Göttingen in Niedersachsen bei Wolfgang Brück und Christine Stadelmann-Nessler. Er kehrte Anfang 2019 an die MedUni Wien zurück, um die Facharztausbildung am Klinischen Institut für Neurologie abzuschließen. Simon Hametner ist verheiratet und hat eine Tochter.

Sobek-Forschungspreise
Bereits zum 20. Mal fand die Preisverleihung der Sobek-Preise in Zusammenarbeit mit der AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg e.V., und dem DMSG-Bundesverband in Stuttgart statt. Seit dem Jahr 2000 hat die Sobek-Stiftung aus Renningen über 2,1 Millionen Euro für herausragende und wegweisende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Multiplen Sklerose und der benachbarten Grundlagenforschung an Sobek-Forschungspreisträger und Sobek-Nachwuchspreisträger vergeben. Ziel ist es, die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der MS zu fördern.