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Forschung zur Lebensrettung in großer Höhe

ExpertInnen der Universitätsklinik für Notfallmedizin untersuchen Reanimationsmaßnahmen auf über 3.400m Höhe
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Bild: Universitätsklinik für Notfallmedizin/Verena Fuhrmann

(Wien, 08-07-2019) Die Universitätsklinik für Notfallmedizin der MedUni Wien und des AKH Wien zählt zu den weltweit führenden Forschungszentren auf dem Gebiet der Wiederbelebung nach Kreislaufstillstand. Nun hat eine Studiengruppe der MedUni Wien gemeinsam mit dem Österreichischen Bundesheer und dem Österreichischen Bergrettungsdienst in einem lebensnahen Szenario Einflussfaktoren auf die Qualität der Herzlungen-Wiederbelebung auf Österreichs höchstem Berg untersucht.

„Die derzeit gültigen Reanimations-Guidelines basieren fast ausschließlich auf Daten, die ungefähr auf Seehöhe erhoben wurden. Am Berg gelten jedoch andere Gesetze. Die körperliche Anstrengung eines einsatzmäßigen Aufstiegs, eingeschränkte Ressourcen und die dünne Luft machen jeden Einsatz zu einer Herausforderung.“, erklärt Alexander Egger, Bundesarzt des Österreichischen Bergrettungsdienstes.

Multidisziplinäres Team
Dieser Herausforderung hat sich ein multidisziplinäres Team unter der Leitung von Wolfang Schreiber von der Universitätsklinik für Notfallmedizin nun gestellt. Gemeinsam mit dem Hochgebirgsjägerbataillon 24 des Österreichischen Bundesheeres und dem Österreichischen Bergrettungsdienst untersuchten sie in einem lebensnahen Szenario Einflussfaktoren auf die Qualität der Herzlungen-Wiederbelebung auf Österreichs höchstem Berg. Die TeilnehmerInnen mussten zuerst auf „moderater Höhe“ (Lienz) ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. Danach erfolgte ein einsatzmäßiger Aufstieg von der Lucknerhütte (2.241m) auf die Adlersruhe (3.454m) am Großglockner. Auf dieser Höhe angekommen, mussten erneut Wiederbelebungsmaßnahmen am Simulator durchgeführt werden. Gemessen wurden dabei Qualitätsmarker der Reanimation, aber auch physiologische Parameter der TeilnehmerInnen.

Große Expertise für „Out of the box“-Studien
„Unser Team hat jahrelange Erfahrung in der Durchführung experimenteller Studien an unterschiedlichsten Orten. Nun haben wir diese Expertise im wahrsten Sinne des Wortes auf neue Höhen gebracht.“, berichtet Harald Herkner, verantwortlich für das Studiendesign. „Bei Projekten wie diesen können wir unsere wissenschaftliche Expertise als Universitätsklinik mit unserem hervorragenden Netzwerk in der präklinischen Notfallmedizin in Österreich verbinden. Derzeit läuft die Auswertung der Daten. Wir hoffen, so einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Reanimationsguidelines für Szenarien außerhalb des gewohnten Geländes liefern zu können.“, so Wolfgang Schreiber.