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Hans Popper Lecture 2019: Fibrose und NASH im Fokus

Top-Hepatologe Scott L. Friedman diesjähriger Sprecher
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Bild: Mount Sinai

(Wien, 28-11-2019) Seit ihrer Einführung im Jahr 2011 würdigt die MedUni Wien mit der jährlichen „Hans Popper Lecture“ das Andenken und die Errungenschaften eines der wichtigsten Begründer der modernen Hepatologie. Unter dem Titel „ Transforming the Treatment Landscape for Hepatic Fibrosis and NASH – Principles and Progress“ referiert am 2. Dezember 2019 (14 Uhr, Jugendstilhörsaal, Rektoratsgebäude der MedUni Wien, Spitalgasse 23, 1090) der internationale Leber-Experte Scott L. Friedman von der Icahn School of Medicine am Mount Sinai in Manhattan, New York City.

Die Icahn School of Medicine am Mount Sinai in New York hatte Hans Popper 1963 als Krönung seines Lebenswerks gegründet. Dort war er auch der erste Dekan und später Präsident. Ganz im Sinne Poppers widmet sich Scott L. Friedman insbesondere der Erforschung der Fibrose und deren Ursachen. Friedman gilt als Entdecker der Leber-Stellatzellen als eine Quelle der Fibrose. „Er hat diese Zellen als Erster biochemisch und zellbiologisch charakterisiert, ein Meilenstein in der Hepatologie“, sagt Michael Trauner, Leiter der Klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie der Universitätsklinik für Innere Medizin III der MedUni Wien, die zum 9. Mal die Popper Lecture veranstaltet.

Als Fibrose bezeichnet man die krankhafte Vermehrung des Bindegewebes in der Leber. Dabei wird gesundes Lebergewebe zunehmend durch Bindegewebe ersetzt. Dieser Vorgang ist irreversibel, daher sollten therapeutische Interventionen in einem frühen Stadium der Erkrankung gesetzt werden – ansonsten droht eine Leberzirrhose.

Ein weiteres Fachgebiet von Scott L. Friedman ist die so genannte nicht alkoholische Fettleberhepatitis (NASH), eine der häufigsten Lebererkrankungen in unserer Gesellschaft. Überschüssiges Fett lagert sich an der Leber ab, kann zu einer Entzündung (Fibrose) führen, chronisch werden (Zirrhose) und im schlimmsten Fall droht eine Krebserkrankung.

Beide Erkrankungen sind auch ein Forschungsschwerpunkt an der MedUni Wien. Derzeit gibt es noch keine konkreten wissenschaftlichen Kooperationen mit Friedman und der Icahn School of Medicine. „Aber wir hoffen, dass aus einem starken Mitbewerber künftig ein starker Kooperationspartner auf dem Gebiet der Leberfibrose, NASH und dem hepatozellulären Karzinom werden kann“, sagt Trauner.

Hans Popper Lecture 2019 am 2. Dezember, Jugendstilhörsaal der MedUni Wien, 14-16 Uhr: Scott L. Friedman: „Transforming the Treatment Landscape for Hepatic Fibrosis and NASH – Principles and Progress“

Begleitet wird die Lecture von einem„Basic Research Seminar“ mit Friedman, Trauner und MitarbeiterInnen der MedUni Wien, (2. Dezember, 9:00 – 13 Uhr; Hörsaalzentrum im AKH Wien, Ebene 7, Kursraum 12) und „Translational Research Seminar“ (3.12, Hörsaalzentrum im AKH Wien, Ebene 7, Kursraum 12; 9:00-14:00 Uhr), auf dem auch neueste Forschungsergebnisse von MitarbeiterInnen der MedUniWien vorgestellt und diskutiert werden.

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Über Hans Popper  
Hans Popper gilt als Begründer der modernen molekularen Hepatologie mit Wiener Wurzeln, nach seiner Vertreibung aus Österreich im Jahr 1938 prägte Popper mit der Fortsetzung seiner Laufbahn in den USA wie kein anderer das Fachgebiet der Hepatologie. Auf Popper gehen zahlreiche moderne Konzepte und Begriffe der Hepatologie zurück, wie die chronische Hepatitis, Cholestase und Leberzirrhose. Der visionäre Forschergeist Hans Poppers vereinte Grundlagenforschung und klinische Betrachtungsweise bereits zu einem Zeitpunkt, zu dem Biochemie und Molekularbiologie noch in ihren Kinderschuhen steckten. Faszinierend am Forscher Hans Popper ist, dass er trotz der noch relativ limitierten technischen Mittel seiner Zeit bereits in der Lage war, die wesentlichen Entwicklungen der modernen Hepatologie zu antizipieren. Seit 2011 gibt es auf Initiative von Michael Trauner die jährliche Hans-Popper-Lecture an der MedUni Wien, sowie ein Hans Popper Labor für Molekulare Hepatologie.