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Kyriaki Papantoniou erhält Egmont-Baumgartnerpreis der Österreichischen Gesellschaft für Arbeitsmedizin

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(Wien, 03-10-2019) Kyriaki Papantoniou, Forscherin an der Abteilung für Epidemiologie des Zentrums für Public Health der MedUni Wien, wurde von der Österreichischen Gesellschaft für Arbeitsmedizin bei ihrem Meeting in Innsbruck (20. September) mit dem Egmont-Baumgartnerpreis in der Kategorie „Wissenschaftliche Arbeiten“ ausgezeichnet.

Die Epidemiologin überzeugte die Jury mit ihren beiden eingereichten Arbeiten „Shift work and colorectal cancer risk in the MCC–Spain case-control study“ und „Rotating night shift work and colorectal cancer risk in the nurses’ health studies“.

Diese beiden Studien stellen die umfangreichsten und aussagekräftigsten epidemiologischen Studien zur Nachtschichtarbeit in Bezug auf das Darmkrebsrisiko dar. In der ersten wissenschaftlichen Arbeit (1) wurde Darmkrebsrisiko in Bezug auf Nachtschichtarbeit in der MCC-Spanien-Studie, einer bevölkerungsbezogenen Fall-Kontroll-Studie in Spanien, untersucht. Das Projekt war eine internationale Zusammenarbeit mit ISGlobal (Barcelona Institute for Global Health) & CREAL (Centre for Research in Environmental Epidemiology) in Barcelona, Spanien. Detaillierte Daten wurden von 1.626 Darmkrebsfällen und einer Kontrollgruppe gesammelt. Diese bestand aus 3.378 zufällig ausgewählten Personen beider Geschlechter aus 11 Regionen in Spanien sowie aus verschiedensten Berufsbereichen. Die Daten deuten darauf hin, dass rotierende Schichtarbeit das Risiko für Darmkrebs erhöht, insbesondere nach längeren Schichtarbeitszeiten (über 20 Jahre).

In der zweiten wissenschaftlichen Arbeit (2) wurde ebenfalls rotierende Schichtarbeit in Bezug auf das Darmkrebsrisiko (N=1965 Darmkrebsfällen) untersucht. Als Grundlage dienten hier die Nurses' Health Study (NHS) und die Nurses' Health Study II (NHS2), zwei laufende prospektive Kohortenstudien von Krankenschwestern in den USA, welche 24 Jahre lang begleitet wurden. Die WissenschafterInnen haben herausgefunden, dass Nachtschichten das Risiko für Dickdarmkrebs nicht beeinflussen. Des Weiteren wurde herausgefunden, dass Krankenschwestern, die viele Jahre lang in rotierenden Nachtschichten gearbeitet haben, ein erhöhtes Risiko für Enddarmkrebs haben, was darauf hindeutet, dass eine langfristige (über 15-jährige) zirkadiane Störung eine Rolle bei der Entwicklung von Enddarmkrebs spielen könnte. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der Channing Division of Network Medicine, dem Brigham and Women's Hospital und der Harvard Medical School, Boston, USA, durchgeführt.

Zur Person
Kyriaki Papantoniou ist assoziierte Professorin für Epidemiologie an der Medizinischen Universität Wien. Sie hat einen Abschluss in Medizin von der Universität Patras, Griechenland, einen Master in Public Health (MPH) und einen Doktortitel in Epidemiologie von der Pompeu Fabra Universität, Barcelona, Spanien. Kyriaki Papantonious Forschung konzentriert sich auf umwelt- und berufsbedingte Risikofaktoren für Krebs und andere chronische Krankheiten. Sie ist sehr interessiert an der Erforschung von zirkadianen Schlafstörungen bei NachtschichtarbeiterInnen und in der Allgemeinbevölkerung, sowie der Identifizierung möglicher zugrundeliegender biologischer Mechanismen, um das Risiko chronischer Erkrankungen zu identifizieren.

Publikationen
1.    Papantoniou K, Castano-Vinyals G, Espinosa A, et al. Shift work and colorectal cancer risk in the MCC-Spain case-control study. Scand J Work Environ Health 2017;43:250-259.
2.    Papantoniou K, Devore EE, Massa J, et al. Rotating night shift work and colorectal cancer risk in the nurses' health studies. Int J Cancer 2018;143:2709-2717.